Oldenburg - An der IGS Helene-Lange-Schule (HLS) hat das neue Schuljahr schon am Anfang der Woche begonnen, genauer gesagt in der Nacht zum Montag gegen 4 Uhr: Um diese Zeit trafen 20 Gäste aus Südafrika – 18 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie die begleitenden Lehrkräfte Novy Bilgnaut und Welsey Blignaut – an der Feststraße ein. Nach rund zehnstündigem Flug hatten sie die letzte Etappe von Frankfurt nach Oldenburg im Reisebus bewältigt.

Nach der ersten Nacht in der Obhut der Gastfamilien war schon am Dienstag von Müdigkeit keine Spur mehr: Die jungen Südafrikaner traten auf dem Parkplatz unter der Autobahnbrücke am Marschweg in die Pedalen und übten mit Hilfestellung ihrer Gastgeber das Fahrradfahren – eine für die nächsten drei Wochen in der Fahrradstadt Oldenburg nicht ganze unwichtige Fertigkeit. Für viele war das eine Premiere, denn: „In Südafrika ist das Fahrradfahren nicht so verbreitet, zum einen wegen der großen Entfernungen, zum anderen aus Sicherheitsgründen. Da werden die meisten Touren mit dem Auto erledigt“, weiß Lehrer Remo Jauernik. Er betreut an der IGS zusammen mit seinen Kolleginnen Birgit Wittkopp, Maida Pech und Christa Beime den Schüleraustausch. Als „Event“ zum gegenseitigen Kennenlernen taugte das Radfahrtraining allemal.

Beteiligt auf südafrikanischer Seite sind diesmal gleich drei Schulen: die Sanctor Highschool, die Willow Acadamy und die Gelvandale Highschool. Die über das entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) geförderten Begegnungen haben an der Helene-Lange-Schule bereits Tradition: Seit dem Jahr 2000 besteht per Schulpatenschaft eine Verbindung nach Port Elisabeth.

Inhaltlich steht die Beschäftigung mit regenerativen Energien im Mittelpunkt. Diesmal geht es in Workshops um den Bau von Solarlampen und das Thema Recycling. Auch Besuche bei Enercon und im Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum des Windkraftanlagenherstellers in Aurich sowie im Zentrum Zukunft der EWE in Emstek stehen auf dem Programm. Am Mittwochabend fand eine Willkommensfeier im Kletterzentrum in Hundsmühlen statt, am Wochenende absolviert die deutsch-südafrikanische Gruppe ein Seminar im Schullandheim Dötlingen. Am Montag, 15. August, werden Austauschschüler und Gastgeber im Rathaus empfangen.

Das aktuelle Schulpartnerschaftsprojekt ist auf zwei Schuljahre angelegt und wird an den beteiligten Schulen über Arbeitsgemeinschaften mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 8 und 9 umgesetzt.