Cloppenburg - Rund 5,25 Millionen Unfälle passieren laut Verbraucherforum jährlich im Heim- und Freizeitbereich. Wie man als Erwachsener reagiert, wenn der Partner oder einer der Eltern von der Leiter oder der Treppe fällt, müssten zumindest noch diejenigen wissen, die einen Führerschein und als Voraussetzung einen Erste-Hilfe-Kursus belegt haben.

Was aber können Kinder leisten, wenn Mama oder Papa stürzen oder sich der Kumpel beim Spielen im Wald verletzt? Das erfuhren jetzt Jungen und Mädchen aus Cloppenburg beim Kursus „Ersthelfer von morgen“.

„Wir wollen Berührungsängste abbauen“, erläuterte Karin Pascher von den Johanniter in Cloppenburg. Sieben Kinder nahmen an der Schulung in den Räumen an der Löninger Straße teil, um sich zum „Schutzengel für andere“ ausbilden zu lassen, wie Pascher es nennt.

Kindgerecht wurden den Jungen und Mädchen in drei Stunden die ersten Schritte in Erster Hilfe vermittelt. Kurz vorher hatten die Knirpse im Alter zwischen sechs und zehn Jahren noch gelernt, wie Verletzte in die stabile Seitenlage gebracht werden können. Denn dank der Hebelwirkung bekommen das auch vermeintliche schwache Kinder problemlos hin.

Doch nicht nur die stabile Seitenlage, auch Wundversorgung stand an dem Vormittag auf dem Programm. Mitarbeiterin Carmen Niemann holte dafür das Kunstblut raus und zeigte den Kindern, wie Pflaster und Verbände auf Wunden am Knie und am Kopf aufbracht werden sollten. Weitere Inhalte des Kurses waren das richtige Alarmieren des Notrufs, das Trösten und auch eine Erläuterung, wie Kinder bei Erwachsenen richtig um Hilfe bitten.

Die Johanniter sind mit diesem Programm auch in Schulen und Kindergärten unterwegs. Ein Buchgeschenk und eine Urkunde runden die Schulung ab.