Bookhorn - Wenn alle Maschinen laufen, ist der Geräuschpegel hoch in der Werkstatt des Schulungszentrums CNC-fit im Gewerbegebiet Bookhorn. In der kleinen Halle sind laut Geschäftsführer Rudolf Redenius alle gängigen Bearbeitungscenter – so werden die Maschinen genannt, die computergesteuert aus Aluminium Bauteile fräsen und drehen – versammelt. Die Vielfalt ist wichtig, denn die künftigen Arbeitgeber der Lehrgangsteilnehmer arbeiten mit Systemen unterschiedlicher Hersteller.

Relativ geräuschlos hingegen hat sich das hoch spezialisierte Schulungszentrum vor knapp sechs Jahren etwas versteckt am Ende der Robert-Bosch-Straße angesiedelt. „Diese Firma hat bei uns keiner auf dem Schirm gehabt“, so CDU-Ratsherr Carsten Jesußek. Für die Ganderkeseer CDU-Fraktion ein guter Grund, dem Betrieb einmal einen Besuch abzustatten.

Die Vermittlungsquote des Schulungszentrums habe im vorigen Jahr 100 Prozent betragen, berichtete Redenius den Gästen am Montag. Bis zu 15 angehende CNC-Spezialisten gleichzeitig qualifiziere er mit zwei Dozenten. Acht Monate dauere die Maßnahme üblicherweise.

Die Teilnehmer kommen aus metallverarbeitenden Berufen und werden zu 90 Prozent über die Arbeitsagentur vermittelt, um für neue berufliche Herausforderungen fit gemacht zu werden. CNC-fit ist gemäß AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert. Auch Firmen schicken mitunter Mitarbeiter ins Schulungszentrum, um Kenntnisse auffrischen zu lassen. Dozent Andreas Bischoff nannte ein typisches Beispiel: „Eine Firma aus Süddeutschland hat eine Maschine bei sich stehen, die niemand mehr bedienen kann. Wir haben die Maschine auch und wissen, wie sie funktioniert.“

Den entscheidenden Vorteil des kleinen Schulungszentrums sieht Geschäftsführer Redenius in der Spezialisierung: „CNC läuft bei uns nicht nebenher wie bei anderen Anbietern.“ Auch könne sehr individuell ausgebildet werden – je nach Vorkenntnissen und Lerntempo der Teilnehmer. Und mit hohem Praxisanteil. Schulung via Internet und Blockunterricht gebe es hier nicht. Redenius’ Wunsch an die Politik: „Teilnehmern Zeit lassen für ihre Ausbildung.“

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee