KAMPE - „Karl Chaos“ schleicht durch die Puppenstadt und sabotiert die Miniaturampeln. „Wuschel“, der Hund, und das clevere Schwein „Ringel“ mit dem Schraubenzieher versuchen, die Sicherheit auf Puppenstadts Straßen wieder herzustellen. Diese Szenen spielten sich jetzt in der Grundschule in Kampe ab. Das Pädagogische Puppentheater der Polizeidirektion Oldenburg (PÄPP) gastierte mit seinen Handpuppen in der Schule, um die Erst- und Zweitklässler fit für den Straßenverkehr zu machen. In gut einer Stunde sangen, schauspielerten und arbeiteten die Wilhelmshavener Polizeibeamten Jürgen Paul und Annelie Büter mit den Schülern.
„Es ist wichtig, die Kinder gut auf den Straßenverkehr vorzubereiten“, erklärte Polizeioberkommissar Gerd Binder von der Friesoyther Polizei. Insbesondere an den klassischen Überquerungshilfen, wie Ampeln und Zebrastreifen, sollten die Mädchen und Jungen darauf achten, wirklich zuerst am Bordstein stehen zu bleiben und nicht über die Straße zu rennen, fügte Büter an. „Erst stehen und auf grün warten, dann nach rechts und links sehen und schließlich im normalen Tempo über die Straße gehen“, ließ die Polizistin die Kinder immer wieder wiederholen. Zum besseren Verständnis zeigten die Puppen, welche Gefahren entstehen, wenn Ampeln nicht oder nur falsch funktionieren. Die Kinder halfen begeistert bei der Jagd auf den „Ampelsaboteur“ und waren sichtlich stolz, den Bösewicht schließlich „verhaften“ zu können. Annelie Büter und Jürgen Paul entließen gut vorbereitete „Ampelexperten“ in die verdiente Pause.
Im zweiten Teil der Aufführung, diesmal ein Gewaltpräventionsstück für Dritt- und Viertklässler, wechselten die beiden Polizisten die Bühnendekoration und die Puppen aus. „Für jede Zielgruppe haben wir ein anderes, abgestimmtes Programm“, so Paul. Damit wolle man die Kinder noch besser erreichen. „Es ist wichtig, die Schüler ernst zu nehmen und mit ihnen zu interagieren“, sagte Paul. Eine reine Frontalunterhaltung begeistere die Kinder deutlich weniger. „Nur wenn wir mit den Puppen sprechen und als Bindeglied zwischen Aufführung und Publikum fungieren, können wir die Zuschauer in andere andere Welt entführen.“
Die Idee, das Puppentheater in die Schule zu holen, sei eher zufällig entstanden, sagte Schulleiterin Kreyenborg. Sie habe von dem speziellen Angebot der Polizei erfahren und freue sich sehr, die Gäste begrüßen zu können. „Das Angebot ist kostenlos und kann daher auch von kleinen Schulen angeboten werden“, freute sie sich. Das Thema Verkehrserziehung sei gerade für kleinere Schüler immer wichtig. Das Thema Gewalt spiele zwar an der Schule keine große Rolle, Prävention schade aber nie, ist sich die Schulleiterin sicher. Es gebe kindertypische Rangeleien, die aber, wenn man nicht sofort reagiere, sich auch schnell auswachsen könnten. Daher begrüße sie das Angebot der Polizei sehr.
Einen generellen Anstieg der Gewaltbereitschaft bei Schülern konnte auch Gerd Binder nicht feststellen. Viele Übergriffe würden allerdings nicht angezeigt, meint der Beamte. Grundsätzlich steht er zur präventiven Lösung: „Vorsicht ist immer gut.“
