Bockhorn - Ängste und Vorurteile – den Flüchtlingen, die derzeit nach Deutschland kommen, stehen viele Jugendliche zunächst oft mit ganz unterschiedlichen Emotionen gegenüber. Über Integration können diese abgebaut werden. Darüber haben am Mittwoch die Schüler der Klassen sechs bis zehn der Oberschule Bockhorn diskutiert. Zuvor sahen sie sich in der Aula das Theaterstück „Fremde Heimat – über Flucht und Integration“ an.

„Wir haben an unserer Schule 14 Flüchtlingskinder“, sagt Konrektorin Maren Toep­ler. Diese besuchen Klassen der Jahrgänge fünf bis zehn. Und die Integration klappe ganz gut, sagt die stellvertretende Schulleiterin: „Unsere Jugendlichen kommen mit den neuen Schülern gut klar. Es haben sich sogar Freundschaften entwickelt.“

Um die Flüchtlingskinder zu integrieren, hat die Schulsozialarbeiterin Victoria Walther eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen. In dieser wird den ausländischen Jugendlichen aber nicht nur die deutsche Kultur erklärt, sondern auch was sie wo in Bockhorn finden, zum Beispiel das Jugendzentrum. „Zudem versuchen wir, sie in die Vereine zu bringen, in denen sie Sport treiben können“, sagt Victoria Walther.

Die Jugendlichen kommen aus dem arabischen Raum, Albanien und Serbien. „Wir sprechen aber alle deutsch miteinander“, betont die Schulsozialarbeiterin: „Wir beschäftigen uns dabei zumeist mit alltäglichen Dingen.“ So lernen die Flüchtlinge, wie man nach dem Weg fragt, wenn sie sich verlaufen haben, oder wie man im Supermarkt einkauft.

Die ganz alltäglichen Probleme, denen die Geflüchteten gegenüberstehen, verdeutlichte das Theaterstück, das die Schauspieler Laura Dittmann und Janning Sobotta vom Weimarer Kultur-Express aufführten. Es handelt von Daniel, der nach Deutschland flüchtet, und dort auf Marie trifft.

Während ihrer Begegnung nähern sich die beiden nach und nach an. Während Marie sich zwischen Verständnis und Vorurteilen hin- und hergerissen fühlt, muss Daniel lernen, sich anzupassen. Beide machen dabei Fehler.

Zum Teil nachdenklich verfolgten die Schüler das Stück. „Das kenne ich auch“, kam immer wieder aus den Reihen. Sie erkannten nicht nur sich in den Szenen wieder, sondern auch die Reaktionen ihrer Umwelt.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)