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Von Christian Bartsch
Frage:
Frau Mergelmeyer, Sie haben mit ihren Schülern einen Brief an Pacôme, das togolesische Patenkind der Katenkamp-Schule, auf den Weg gebracht: Was steht drin?
Mergelmeyer:
In dem Umschlag ist ein Schreiben, in dem wir uns als Einrichtung vorstellen und erläutern, dass behinderte Kinder hier zur Schule gehen. Auch ein Fotoalbum ist dabei: Darin sind Bilder des Schulgebäudes und der Klassen zu sehen. So kann Pacôme eine Vorstellung davon bekommen, wer ihn in Deutschland unterstützt. Und schließlich haben die Schüler eine Liste mit Fragen zusammengestellt, die ins Französische übersetzt wurde.
Frage:
Und was wollen die Kinder von Pacôme wissen?
Mergelmeyer:
Ganz alltägliche Dinge. Sie interessiert beispielsweise, was die Menschen in Togo essen, wie die Häuser aussehen, welche Tiere dort leben, ob es Straßen und Autos gibt und welches Obst Pacôme am liebsten mag.
Frage:
Wie bringen Sie ihren Schülern Pacômes Situation sonst noch nahe?
Mergelmeyer:
Indem ich ihnen zum Beispiel erzähle, dass sich Pacôme in einigen Bereichen in einer ganz ähnlichen Situation wie sie selbst befindet. Obwohl er schon 13 Jahr alt ist, muss er zur Zeit viel Energie darauf verwenden, Lesen und Schreiben zu lernen – das geht einigen Schülern bei uns auch so.
Frage:
Ist es denkbar, dass Pacôme auch einmal nach Ganderkesee kommt?
Mergelmeyer:
Vorgesehen ist es im Programm nicht und ich halte es auch nicht für wahrscheinlich. Es ist eher so, dass hauptamtliche Mitarbeiter des „Haus Frieda“, in dem er lebt, nach Deutschland kommen. Zudem sind Mitglieder der Huder Togogruppe regelmäßig vor Ort. Im Juli wird beispielsweise Wolfram Hartrampf wieder dort sein und dann auch den Brief persönlich zustellen. Auf die togolesische Post ist nach seinen Erfahrungen nur bedingt Verlass, außerdem wäre das Porto recht teuer gewesen.
Frage:
Und was ist mit Ihnen, planen Sie auch solch eine Reise?
Mergelmeyer:
Das tue ich, ja. Allerdings wird es dieses Jahr wohl nichts mehr werden. Erst einmal muss ich mein Französisch aufpolieren, schließlich will ich mich verständlich machen können. Aber im kommenden Frühjahr könnte es schon sehr gut sein, dass ich mich auf die Reise mache.
Frage:
Der Brief wird einige Zeit unterwegs sein, die Antwort von Pacôme ebenfalls – was passiert in der Zwischenzeit?
Mergelmeyer:
Geplant ist, die Eltern der Schüler anzuschreiben, um sie noch einmal über das Projekt zu informieren und natürlich auch zur Beteiligung an der Finanzierung der Patenschaft zu bitten. Nach den Sommerferien wollen wir eine große Spardose basteln, in die Schüler, Eltern und Lehrer ihr Kleingeld stecken können. Von der gesammelten Summe soll Pacôme dann ein Geschenk bekommen, was aber auch von den anderen Kindern im „Haus Frieda“ genutzt werden kann.