Hallo! Ich berichte jetzt das erste Mal wieder aus Deutschland, denn ich bin seit mehr als zwei Wochen zurück aus Wisconsin. Ich habe mich hier in Brettorf schon gut wieder eingelebt, obwohl es mir am Anfang sehr schwer fiel, wieder Deutsch zu reden.

Die letzten Wochen meiner Zeit in Random Lake gingen viel zu schnell rum. Einige meiner Freunde haben ihren Schulabschluss gemacht und das jedes Wochenende ordentlich gefeiert. Ich habe versucht, so viel Zeit wie möglich mit allen Bekannten und Familienmitgliedern zu verbringen und mich von allen zu verabschieden, was mir auch ganz gut gelungen ist.

Die Schule hörte schon am 10. Juni, mehr als zwei Wochen, vor meiner Abreise, auf. Die meisten Schüler in den USA haben rund drei Monate Sommerferien, dafür aber keine Herbst- oder Osterferien. An den letzten Tagen vor meiner Abreise war es in Wisconsin sehr heiß. Es war manchmal 35 Grad Celsius warm und schwül. Bei der Hitze haben meine Freunde und ich immer im See gebadet und viele von ihnen sind sogar Wasserski gefahren. Es hat mich sehr überrascht, dass es so warm war, denn der Winter war ja bis zu minus 20 Grad kalt mit sehr viel Schnee. In Wisconsin gilt das als normal.

Anfang Juni habe ich auf einer Geburtstagsfeier einige ältere Leute getroffen, die vor langer Zeit einmal von Deutschland nach Wisconsin ausgewandert sind. Zwei Männer konnten noch perfektes Deutsch, und ich habe mich natürlich lange mit ihnen auf Deutsch unterhalten, obwohl sie mir gesagt haben, dass mein Deutsch nicht mehr besonders gut ist. Das war sehr interessant, besonders weil einer der Männer sogar Wildeshausen kannte.

Wenn ich an mein Austauschjahr zurückdenke, kommen mir nur positive Dinge in den Sinn. Während der ganzen Zeit habe ich es kein einziges Mal bereut, für so lange von Zuhause weggegangen zu sein. Es gab zwar natürlich auch mal ein paar Probleme, aber daraus habe ich letzten Endes eigentlich nur gelernt. Außerdem habe ich ein viel positiveres Bild von den Amerikanern. Ich habe herausgefunden, dass viele Vorurteile, die wir von den USA haben, gar nicht oder nur teilweise stimmen.

Ich bin durch das Austauschjahr selbstständiger und selbstbewusster geworden und sehr viel offener gegenüber anderen Ländern und Menschen. Noch nie zuvor habe ich so viele aufregende Erfahrungen gemacht und so viele neue Menschen kennen gelernt. Natürlich habe ich, obwohl ich wieder hier in Deutschland bin, noch viel Kontakt mit meinen amerikanischen Freunden und meiner Gastfamilie und plane sie, so bald wie möglich wieder zu besuchen.

Nach den Ferien werde ich wieder das Gymnasium Wildeshausen besuchen und hoffentlich nach zwei Jahren mein Abitur machen, um dann Fremdsprachen zu studieren.

Vielen Dank an alle, die meine Berichte gelesen haben. Liebe Grüße, diesmal aus Brettorf, Anna Poppen.