Kiel/Cloppenburg - Der aus Cloppenburg stammende Professor Dr. Arne Körtzinger, Meereschemiker am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und Professor an der Christian-Albrechts-Universität (beides in Kiel), erhält gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Jörn Schmidt, Fischereibiologe an der Kieler Uni, ab sofort den Unesco-Lehrstuhl für Integrierte Meereswissenschaften. Das hat die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur bekanntgegeben. Damit hält die Kieler Uni einen von nur zwölf Unesco-Lehrstühlen in Deutschland.
Nachwuchs fördern
Die Professuren der UN werden vergeben, um internationale Beziehungen zu stärken und wissenschaftlichen Nachwuchs in sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern zu fördern, heißt es in einer Pressemitteilung. Körtzinger und Schmidt setzen sich bereits seit mehreren Jahren in gemeinsamen Forschungsprojekten für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Westafrika ein. Ihr besonderes Interesse gelte den Kapverden, Senegal und Nigeria. Dort kooperierten sie mit Universitäten und wissenschaftlichen Institutionen.
Körtzinger ist wissenschaftlicher Leiter des Ocean Science Centre Mindelo (OSCM) auf der Kapverden-Insel São Vicente. Das OSCM ist eine internationale Forschungs- und Logistikstation, heißt es in der Pressemitteilung des Geomar Helmholtz-Zentrums. Es sei nicht nur Ausgangspunkt für Expeditionen, sondern sei auch ein Ort der Begegnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Kapverden und der Region Westafrika.
Eine Wertschätzung
„Wir führen hier Workshops für Masterstudierende durch und binden junge Forschende aus der Region mit in unsere Projekte ein. Mit dem Unesco-Lehrstuhl ist vor allem eine Wertschätzung unserer Arbeit vor Ort verbunden, und er erleichtert uns den Aufbau von langfristigen Kooperation“, sagt der gebürtige Cloppenburger Körtzinger.
Er möchte auch in seinem neuen Forschungsprojekt die Auftriebsgebiete vor Westafrika näher untersuchen. Gemeinsam mit Schmidt sollen weiterhin Kurse für Masterstudierende auf den Kapverden organisiert werden.
Kooperationen ausbauen
Schmidt setzt sich in seiner Forschung mit sozial-ökologischen Systemen und Konzepten der Nachhaltigkeit im Ozean, Fischereimanagement und Wissenschaftskommunikation auseinander. „Mit dem Unesco-Lehrstuhl möchte ich vor allem die Kooperation zwischen Forschung und Gesellschaft, in Deutschland wie auch in meinen Forschungsgebieten vor Westafrika, stärken. Dabei berücksichtigen wir explizit die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen“, sagt Schmidt. „Wir wollen Dialogforen aufsetzen, in denen Nachwuchsforschende mit etablierten Wissenschaftlern, Akteuren aus Politik und Gesellschaft gemeinsame Lösungen entwickeln. Lehrkonzepte zu Social Entrepreneurship sollen dabei auch eine wichtige Rolle spielen.“
Der Lehrstuhl für Integrierte Meereswissenschaften wird zunächst bis zum Jahr 2021 gewährt und kann dann für vier Jahre verlängert werden.
