Rastede - In der Grundschule Feldbreite ging es am Freitagnachmittag auf Zeitreise. Im Zuge einer Projektwoche hatten sich die Schüler ausführlich mit dem Thema „450 Jahre Schule für alle in Rastede“ beschäftigt. Bei einem Festakt, an dem neben vielen Eltern und Großeltern der Kinder auch Bürgermeister Dieter von Essen teilnahm, stellten sie die Ergebnisse vor.

„Seit 450 Jahren gibt es in Rastede eine Schule für alle Kinder“, blickte Schulleiterin Anna Hobusch in die Vergangenheit. Was heute selbstverständlich ist, war damals Ausnahme. „Eine Schule, an der alle Kinder lesen und schreiben lernen konnten, war im Ammerland einmalig“, sagte Anna Hobusch.

Am Freitag wurde ein anderer Geburtstag gleich mitgefeiert. Vor 60 Jahren begannen die Arbeiten für den Bau der Evangelischen Volksschule Rastede. Sie öffnete im Jahr 1956 und heißt heute Grundschule Feldbreite. Von Essen erläuterte, wie es zum Bau des neuen Gebäudes kam. „Nach dem zweiten Weltkrieg sind Tausende Flüchtlinge in die Gemeinde Rastede gekommen. In den 50er Jahren stieg die Zahl der Schüler rasant an, so dass eine Volksschule gebaut werden musste.“

In einem kurzen Theaterstück blickten Drittklässler ins 16. Jahrhundert. 1565 gründete Graf Christoph eine Schule für alle Jungen und Mädchen des Volkes. Der Unterricht fand wahrscheinlich noch im alten Klostergebäude statt.

1629 wurde dann ein neues Schulgebäude an der Südseite des Glockenturms gebaut. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde wieder neu gebaut, an der Ecke Peterstraße/Bahnhofstraße (heute Tiemann). Im Jahr 1873 zog die Volksschule um an die Ecke Thoradestraße/Bahnhofstraße (heute Parkplatz der Neuen Aula). 1956 folgte schließlich der Neubau an der Feldbreite.

An die Anfänge am heutigen Standort erinnerte in der Schule eine Fotoausstellung. Schwarzweißfotos zeigen den ersten Schulbus, der aber im Sommer nicht fuhr, beliebte Pausenbeschäftigungen (Seilspringen, Murmelspiel, Sammelbilder tauschen) oder den Werkunterricht im Keller (nur für Jungs).

In einem weiteren Theaterstück zeigten Viertklässler, wie vor ungefähr 100 Jahren der Unterricht ablief. Die strenge Lehrerin (mit Rohrstock) wurde von den stehenden Schülern im Chor begrüßt. Wer eine Frage beantworten wollte, musste ebenfalls aufstehen. Auffallend: Bei der Gestaltung der Kostüme und Requisiten haben sich die Kinder viel Mühe gegeben.

In den Klassenräumen gab es am Nachmittag ebenfalls allerhand zu entdecken. So wurden viele Gegenstände von früher wie zum Beispiel alte Schultornister gezeigt. Einige Leihgaben stellte dafür das Rasteder Bauernmuseum zur Verfügung.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede