Scharrel - Der Erhalt der saterfriesischen Sprache ist ihr ein Herzensanliegen. Über 20 Jahre lang ist Adelheid Pörschke Woche für Woche zu den Jungen und Mädchen in den Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Scharrel gekommen und hat ihnen die saterfriesische Sprache vermittelt. Viele, die heute bereits erwachsen oder jugendlich sind, haben von Adelheid Pörschke die ersten saterfriesischen Worte im Kindergarten, in der Grundschule oder in Kursen beim Seelter Buund gelernt.

Am Dienstag wurde Pörschke im Kindergarten von den kleinen Saterfriesen und Mitarbeiterinnen verabschiedet. Dazu trugen die Kinder Lieder, Sprüche und Tanzspiele auf saterfriesisch vor und zeigten noch einmal, was sie so alles gelernt haben. Mit einer Rose in der Hand bedankten sie sich. Auch die Mitarbeiterinnen wünschten Pörschke für ihren Ruhestand alles Gute.

Anni Eikens, seit elf Jahren Leiterin des Kindergartens, erinnerte sich an den Beginn ihrer Tätigkeit und an ihre erste Begegnung mit Pörschke. „Ich fand es damals schon toll, auf Frauen zu treffen, die sich für ihr Kulturgut – ihre ganz eigene Sprache im Dorf – so engagieren. Und Du hast ja nicht nur bei uns im Kindergarten getan und gemacht, sondern auch in der Schule und im Heimatverein“, sagte Eikens.

„Ich denke, Du hast in Deiner langjährigen Ehrenamtsarbeit unheimlich viel bewegt und in Gang gebracht und gehalten. Du hast sicherlich einen ganz großen Anteil daran, dass die saterfriesische Sprache nicht verloren geht“, lobte die Kindergartenleiterin.

Und auch, als der Kindergarten sein Konzept umgestellt habe, weil das Saterland als Modellregion für frühe Mehrsprachigkeit ausgewählt wurde, war Adelheid Pörschke sofort bereit, sich auf diese Veränderungen einzulassen. Mit Regina Thoben, Anita Tellmann, Maria Blechschmidt und Margret Göken habe sie auch ganz tolle Nachfolgerinnen gefunden.

Nur ungern lasse man sie gehen, sagte Eikens, und äußerte die Hoffnung, dass Pörschke in Zukunft vielleicht als Vorlese-Oma zu den Kindern kommt.