Wildeshausen - Die Situation in den Kindergärten im Landkreis ist nicht mehr so wie vor zehn Jahren. Immer jüngere Kinder sowie viele Jungen und Mädchen aus dem Ausland stellen die Erzieherinnen vor neue Herausforderungen wie Wickeln oder Sprachvermittlung. Das kostet Zeit. Die wiederum fehlt für Dinge, die früher selbstverständlich waren wie gemeinsames Zähneputzen oder gesundes Frühstück.

Genau da setzt der Fachtag „Fit für die Zukunft – Kita als Sprungbrett in ein gesundes Leben“ an, der am Donnerstag, 10. November, im Wildeshauser Kreishaus stattfindet. „Ziel des Fachtages ist es, den Fachkräften pragmatische Lösungen der Gesundheitsförderung vorzustellen, die leicht in den Kita-Alltag integriert werden können“, erläutert Rabea Beyer, Koordinatorin der Gesundheitsregion. „Was die Kinder möglichst früh verinnerlichen, bleibt ein Leben lang bestehen“, betont Dr. Matthias Peiler, Kinder- und Jugendarzt beim Landkreis.

Dass hier Bedarf ist, hat auch die Kinder- und Jugendzahnärztin beim Landkreis, Alexandra Demand, bei ihren Reihenuntersuchungen festgestellt. „Es gibt immer noch frühkindliche Karies mit teils schlimmen Folgen und das wollen wir ändern“, so Alexandra Demand. Aufräumen möchte sie mit Mythen wie „Milchzähne müssen nicht behandelt werden“ und eine Lanze brechen für „kauintensives Obst statt Quetschis und Wasser statt Apfelsaftschorle“.

Hier setzt auch das Präventionsprojekt „Kita mit Biss“ an, das beim Fachtag vorgestellt wird. Ergänzend dazu präsentiert Edith Ohlenbusch von der Bookholzberger Kita „Sonneninsel“, wie man das Thema „Zahngesundheit“ vorbildlich aufgreift.

Einen Vortrag gibt es zudem zum Thema „Ernährungstrends und -risiken im Kleinkindalter“. „Hier gibt es eine große Unsicherheit bei jungen Eltern“, hat Matthias Peiler beobachtet. Das Zusammenspiel von modernen Ernährungstrends, wenig Zeit zum Kochen, Bewegungsmangel und viel Medienkonsum begünstige Übergewicht.

Mit dem AOK-Angebot „Jolinchen Kids“ samt Workshop sowie abschließenden Worten von Kinder- und Jugendarzt Matthias Peiler zum Thema „Infektionsschutz“ endet der Fachtag. Ansprechen will er dabei unter anderem die großen Veränderungen bei der Durchimpfungsrate. „Wir waren schon bei über 90 Prozent und sind jetzt bei unter 80“, so der Mediziner.

Bislang liegen rund 50 Anmeldungen für den Fachtag vor. Weitere Interessenten können sich bei Rabea Beyer, t   04431/85 6 74, melden.

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