Nadorst - Ein Fest mit Stil: echte Sektgläser und ein schickes Schleifenband gehörten zur Ausrüstung der Kinderparty, die am Mittwochvormittag in der Grundschule Nadorst am Eßkamp gefeiert wurde. In die Gläser kam jedoch nicht etwa Sekt, sondern – kindgerecht – Limonade. Die rosa Tüllschleife zierte die Schere, mit der die zehnjährige Timea ein gelbes Band durchschnitt. Unter dem Jubel ihrer Mitschüler erklärte sie: „Die Friedenshütte ist eröffnet.“

Die Kinder rund um Timea und sie selbst haben eine besondere Ausbildung absolviert. Sie alle sind Streitschlichter. Gemeinsam mit der Schulmediatorin Regina Trapp wurde die Friedenshütte im Schulgarten in Beschlag genommen. Dazu sang der Schulchor Friedenslieder.

„Streiten kann man lernen und oft brauchen wir beim Streitlösen gar nicht die Hilfe der Erwachsenen. Das kriegen wir ganz alleine hin“, erklärt der 10-jährige Axel. Er hat in einer halbjährlichen Ausbildung in einer schulischen Arbeitsgemeinschaff (AG) gelernt, welche Regeln dabei beachtet werden müssen und in Rollenspielen trainiert, auf die Einhaltung bei den Mitschülern zu achten. „Endlich haben wir nun auch draußen in der Pause einen festen Platz, an dem wir in Ruhe einen Streit schlichten können. Und jeder, der Hilfe braucht, weiß, wo er hingehen kann – wir haben dort ja einen richtigen Einsatzplan“, betont Streitschlichterin Marie und nimmt an der Tischgruppe der massiven Holzhütte Platz.

Gebaut wurde die Hütte von der Jugendwerkstatt der Volkshochschule (VHS) mit Jugendlichen unter Anleitung von Zimmerer Bernhard Kircher. Bei der Finanzierung halfen die Rotary Clubs Oldenburg Schloss und Oldenburg-Ammerland, die mit dem Verkauf ihrer speziellen Kalender Schulprojekt unterstützen (NWZ  berichtete).

Die Eröffnung ist eine von vielen Veranstaltungen und Projekten innerhalb der Themenwoche „Faires Miteinander“ an der Grundschule. Eine ganze Woche lang stehen für die 250 Kinder der Schule unter anderem die Schulregeln,

Sozialtraining und Gewaltprävention auf dem Stundenplan. „Als Basis für erfolgreiches Lernen müssen immer wieder die Gemeinschaft und die Regeln des Miteinanders gepflegt werden, damit sich alle wohlfühlen können. Erst dann kann man sich auf kognitive Inhalte einlassen“, bilanziert Schulleiterin Sabine Stehno. „Die Themenwoche trägt einen wertvollen Teil dazu bei, dieses Bewusstsein bei allen neu zu wecken.“