Sandkrug - „Anschnallen, Oma Käthe“, brüllen die Erstklässler der Grundschule Sandkrug. Die kleine Puppe mit den grauen Haaren und der bunten Schleife auf der Bühne vor ihnen schaut sie irritiert an. Der nette Wachtmeister vor ihr erklärt ihr schnell was die Kinder meinen. Mittendrin statt nur dabei ist das Motto der Pädagogischen Puppenbühne der Polizeidirektion Oldenburg.

Die Darsteller Polizeikommissarin Linda Bannach, Polizeikommissar Torsten Blume und Polizeibeschäftigte Jutta Hartz sind in ihrem Spiel darauf bedacht, die Reaktionen der Kinder aufzunehmen und umzusetzen. Bis Donnerstag werden sie vor allen Kindern der Grundschule Sandkrug und deren Außenstelle Streekermoor eines ihrer beiden Theaterstücke zeigen. Für die ersten und zweiten Klassen geht es um das Anschnallen im Auto, die Dritt- und Viertklässler sollen im Umgang mit ihren persönlichen Daten im Internet geschult werden. Beides passiert spielerisch und mit Hilfe von Puppen.

„Dass sie sich anschnallen müssen, wissen die meisten Kinder sehr genau“, lobt Torsten Blume seine kleinen Zuhörer. Das Stück sei darauf angelegt, dass die Kinder auch ihrem Umfeld klar machen, dass der Schutz durch den Sicherheitsgurt wichtig ist – wie eben bei Oma Käthe. „Durch die Hintertür sollen auch die Eltern an die Gurtpflicht erinnert werden“, sagt Blume. Der richtige Kindersitz wird ebenfalls im Theaterstück behandelt und hinterher in Informationsgesprächen mit den Kinder auch vertieft. „Die Kollegen von der örtlichen Polizei werden zudem Schulwegkontrollen durchführen für eine ganzheitliche Prävention“, sagt Blume.

Für die Dritt- und Viertklässler steht die Medienkompetenz im Zentrum des Puppenspiels. Die Affinität der Kleinen zum Thema neue Medien sei enorm, versichert Linda Bannach. Smartphone und Co. seien längst Alltagsgegenstände, die – wie von den Erwachsenen vorgelebt – selbstverständlich für die Kinder sind. „Leider ist auch der Umgang der Erwachsenen manchmal zu leichtfertig“, sagt Bannach. Innerhalb der vergangenen drei Jahre, in denen die Puppenbühne auch neue Medien thematisiert, sei das Wissen der Kinder enorm gestiegen. Google und Facebook seien heute für sie selbstverständlich. „Wir wollen sie für den Umgang mit ihren Daten und ihren Bildern sensibilisieren“, sagt Blume. Sie geben den Schülern Tipps an die Hand, wie sie sich sicherer im Internet bewegen können. Zum Beispiel wäre es für Kinder hilfreicher nicht bei Google zu suchen, sondern bei Seiten wie fragfinn.de oder blindekuh.de. „Dort sind die Suchergebnisse kindgerecht aufbereitet“, sagt Bannach. Weitere Informationen geben die Polizisten auch bei einem Elternabend der Schule.