Ramsloh - Was sie so alles auf Saterfriesisch sagen können, präsentierten am Montagnachmittag Kindergartenkinder ihren Eltern und Großeltern im Pfarrheim St. Jakobus in Ramsloh. Die zwölf Kinder werden zum kommenden Schuljahr eingeschult und haben in den vergangenen drei Jahren Saterfriesisch in den Kindergärten Pusteblume und St. Jakobus sprechen und verstehen gelernt. Einmal die Woche haben sie sich in einer Arbeitsgemeinschaft mit Wilhelmine Espeter, Elisabeth Immer, Renate Brinkmann, Agnes Rieger und Maria Hüntling getroffen.
Sie zeigten den Kleinen unter anderem wie sie sich auf „Seeltersk“ vorstellen, zählen und Dinge benennen können – und das auf spielerische Wiese. So gehörten zu den Darbietungen am Montag auch kleine Tänze und Lieder. Erstaunt waren die Sprachlehrerinnen darüber, wie schnell die Kinder die Sprache lernen. Und auch die Eltern und Großeltern waren stolz auf die Kleinen.
Wie wichtig es ist, Saterfriesisch zu erhalten, machte auch Lehrerin Johanna Evers vom Arbeitskreis „Saterfriesisch“ deutlich. Kinder würden Sprachen personenbezogen lernen. Darum richtete sie sich auch an die Eltern, die Sprache Zuhause mehr mit den Kindern zu sprechen. „Es ist wichtig, dass die Kinder dann auch auf Saterfriesisch antworten und nicht auf Hochdeutsch“, sagte Evers. „Wir müssen uns klarmachen, dass Kinder ungeheuer sprachbegabt sind. Sie haben einen großen Speicherplatz in Gehirn für mehrere Sprachen. Wird dieser nur für eine genutzt, reduziert sich der Platz ab dem achten Lebensjahr. Danach müssen sie Vokabeln lernen“, machte Evers deutlich. Studien würden belegen, dass ein Kind, was zweisprachig aufwächst, später intelligenter werde. Auch würden ihm das Erlernen einer Fremdsprache wie Englisch leichter fallen. „Saterfriesisch hat viel mehr Ähnlichkeit mit Englisch als mit Deutsch“, sagte Evers und verwies auf das Modellprojekt Saterland, dass zweisprachiges Lernen in Kindergärten und Schulen ermöglicht. In der Grundschule Ramsloh wird noch nicht auf Saterfriesisch unterrichtet. In Strücklingen und Scharrel ist das bereits der Fall. „Die Sprache ist ein seltenes Kulturgut und muss erhalten bleiben“, so Evers.
