Wüsting - Im Wüstinger Kindergarten soll die Übernachtungsparty der Vorschulkinder in diesem Jahr ausfallen. Der Grund ist laut den Vorschulkinder-Eltern, dass sich Leitung und Erzieherinnen nicht über die anzurechnenden Stunden einigen konnten.
Die Kinder sind enttäuscht und protestierten vor dem Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales der Gemeinde Hude, der am Montagabend tagte. Denn die Kindergärten sind ein kommunales Betreuungsangebot.
Das sagen die Kinder
Für die Kinder ist die Übernachtung der Höhepunkt ihres Kindergartenlebens. Mareike Vogt aus Wüsting vertritt Kinder sowie Eltern im Gespräch mit den Ausschussmitgliedern und erklärt: „Für unsere Vorschulkinder sind viele Aktionen, die es früher gab, ausgefallen. Aber dass die Übernachtung wegfällt, ist für alle am traurigsten.“
Außerdem berichtete Vogt von einer hohen Personalfluktuation im Kindergarten. „Teilweise hatte eine Gruppe in einem Kindergartenjahr bis zu sieben verschiedene Erzieherinnen. Da ist kontinuierliche Arbeit nicht möglich.“
Mehrere Gespräche mit der Leitung hätten ihrer Aussage zufolge zu keiner Verbesserung geführt.
Das sagen die Erzieher
Auch die Erzieher haben bereits mehrere Gespräche mit dem Huder Bürgermeister Holger Lebedinzew geführt, der ihre Sicht der Dinge darlegte. In der Vergangenheit sei die Übernachtung eine freiwillige Aktion in Abstimmung mit den Eltern gewesen, erklärt er. Die Erzieherinnen haben dabei nicht alle Arbeitsstunden angerechnet bekommen.
„Mir gegenüber haben sie gesagt, dass sie die Übernachtung so nicht weiterführen möchten und dafür habe ich auch Verständnis“, sagte der Bürgermeister als Schirmherr der Kindergärten. Generell bestehe aber noch eine Bereitschaft den Kindern dies zu ermöglichen und das freue ihn sehr.
Das sagt die Gemeinde
Für die Gemeinde Hude ist die Übernachtung der Vorschulkinder in Wüsting ein grundsätzliches Thema und kein Einzelfallentscheidung, erklärte Lebedinzew. Denn schließlich würden auch andere Kindergärten Übernachtungen anbieten und bislang konnten sich alle Beteiligten so einigen. Da dies nun nicht mehr möglich ist, sei zu besprechen, in wie weit die Stunden bezahlt werden könnten.
„Wir sprechen hier sicher von sieben Einrichtungen und wenn drei Erzieherinnen pro Kindergarten zwölf Stunden für eine Übernachtung angerechnet bekommen, sind das Kosten von rund 10 000 Euro im Jahr“, erklärt Lebedinzew. Deshalb könne er die Entscheidung auch nicht alleine treffen. Nun soll es einen politischen Beschluss geben und dafür trägt Lebedinzew das Thema im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss am Donnerstag vor. „Ich bin mir sicher, dass wir eine kurzfristige Lösung finden“, sagte der Bürgermeister. „Wenn alle Stricke reißen, mache ich selber mit.“
