Von Steffen Szepanski
Frage:
Herr Rekowski, woran merken Eltern, dass ihre Kinder eine Lese- und Rechtschreibschwäche haben, und nicht nur bei zwei Diktaten unkonzentriert waren?Rekowski:
Dafür, so etwas herauszufinden, wurden Tests entwickelt. Bei uns zum Beispiel kann man einen solchen Test kostenlos machen. Mit dem Test wird die Lernausgangslage des Kindes ermittelt. Also auch, ob eine Lernförderung wirklich nötig ist oder nicht.Frage:
Wie können Eltern einer Lese- und Rechtschreibschwäche frühzeitig vorbeugen?Rekowski:
Hilfreich ist, früh mit dem Vorlesen anzufangen. Dann geht es darum, Kinder selbst zum regelmäßigen Lesen zu bringen. Das ist die große Schwierigkeit, sie haben nun einmal einfach viele andere Freizeitmöglichkeiten.Frage:
Die Freizeitmöglichkeiten sind in den vergangenen Jahren immer vielfältiger geworden. Hat denn die Lese- und Rechtschreibschwäche in dieser Zeit zugenommen?Rekowski:
Das ist kaum zu ermitteln. Erst seit ein paar Jahren wird ein stärkeres Augenmerk auf die Lese- und Rechtschreibschwäche gelegt. Vor 20 Jahren wurde da noch nicht so drauf geguckt. Heutzutage leiden etwa 25 Prozent der Kinder eines Jahrgangs an Lese- und Rechtschreibschwäche.Frage:
Nun gibt es ja bekanntlich auch in den Schulen Förderunterricht. Wieso wird eine außerschulische Förderung benötigt?Rekowski:
Wir ermitteln die Lernausgangslage des Kindes. So können wir speziell auf die Kinder eingehen. Außerdem haben wir eine hohe Intensität des Förderunterrichts. Die Kinder haben vier Stunden in der Woche Nachhilfe bei uns. In den Schulen ist diese Intensität oftmals nicht möglich.Frank Rekowski vom Lehrinstitut für Orthographie und Schreibtechnik über Lese- und Rechtschreibschwächen bei Jugendlichen.
