„Blauer Brief für Eltern kurz vor Zeugnissen“ (NWZ  vom 22. Juli)

Für ausgesprochen unsozial und pädagogisch fragwürdig halte ich das Verhalten der Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule bringen. Diese Kinder dürfen auf dem Schulweg nicht die ersten Erfahrungen Richtung Selbstständigkeit machen, ein Tier am Wegesrand entdecken (Entspannung), rumtrödeln, mit Schulfreundinnen plaudern und gemeinsam Zeit verbringen auf dem Schulweg und Selbstbewusstsein entwickeln (Ich fahre mit dem Fahrrad zur Schule). Auch gut für die körperliche Entwicklung der Kinder übrigens!

Dazu gehören aber Eltern, die das auch wollen, nämlich starke Kinder, die nicht in Watte gepackt werden müssen. Vielleicht gehört dazu auch, mit den Kindern diese Selbstständigkeit zu trainieren: mehrfach den Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß trainieren, bis das Kind sagt: Jetzt kann ich allein. Das ist etwas mühsamer als der einfache Weg: rein ins Auto!

Da lob ich mir die Mutter, die für ihr Grundschulkind Verbündete suchte für freie Fahrt in der Feldstraße, damit der Weg zur Grundschule mit dem Fahrrad möglich wurde!

Das Angebot der Betreiber des Wildeshauser Hofs, zwischen Kindergarten und Hotel einen Parkstreifen anzulegen ist löblich, aber m.E. der falsche Weg. Allein schon wegen der Kosten, die die Stadt tragen müsste. (...)

Alternativ gibt es in 5-10 Minuten fußläufiger Entfernung Parkplätze die genutzt werden könnten, damit Eltern und Kind – oder Kind allein – jedenfalls die kurze Zeit an der frischen Luft sind/ist und z.B. lernen, eine Fußgängerampel zu nutzen. Das wäre ein guter Anfang!

Gerda Lehmensiek Wildeshausen