KIRCHHATTEN - Trotz der harten Haltung der Landesregierung zum geplanten Schulgesetz will sich die Gemeinde Hatten nicht mit dem Ende für die volle Halbtagsschule Kirchhatten abfinden. Angesichts des Zeitdrucks – das Gesetz soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden – wollte der Schul-, Bildungs- und Kulturausschuss die nächste Ratssitzung nicht abwarten.
Die Bürgermeisterin wurde in der Sitzung am Mittwochabend beauftragt, über die Landtagsabgeordneten einen Termin in Hannover zu organisieren und den Protest der Gemeinde und der Eltern direkt bei der Landesregierung vorzutragen. Auch Elternvertreter sollen bei diesem Termin dabei sein.
Schule vorbildlich
Einhellig bezeichneten alle Fraktionen die Arbeit der Grundschule Kirchhatten, insbesondere die Eingangsstufe, als vorbildlich. Als verlässliche Grundschule sei diese Arbeit so nicht mehr zu leisten.
Schiffbruch erlitt CDU-Ratsherr Jens Büsselmann mit seinem Antrag, Sportvereinen, die ihren Hauptsitz in der Gemeinde haben, die Nutzungsgebühr für das Hallenbad zukünftig zu erlassen. Im Schulunterricht würden viele Kinder nicht mehr schwimmen lernen, so die Argumentation von Büsselmann, der außerdem eine ungleiche Behandlung der Sportarten sah, weil für Hallen und Plätze keine Gebühren erhoben werden.
Nutzungsentgelt bleibt
Aber auch hier war der Ausschuss sich einig: Die höheren Betriebskosten für das Bad rechtfertigten die Gebühren – und die Anzahl der Kinder, die die Hatter Grundschulen als Nichtschwimmer verlassen, sei sehr gering. Am Ende stimmte nur Büsselmann gegen den Vorschlag der Verwaltung, die Nutzungsgebühren beizubehalten. Auch Gregor Holtrup und Brigitte Behrens von der CDU versagten ihrem Parteifreund die Unterstützung.
Kinderbetreuung Thema
Das Thema Kinderbetreuung spielte gleich bei zwei Tagesordnungspunkten eine Rolle: Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel soll über eine Umfrage bei Unternehmen der Betreuungsbedarf in Kindertagesstätten ermittelt werden. Edeltraut Helms, Vorsitzende des Vereins Tagesmütter für Delmenhorst/Oldenburg/Landkreis berichtete von finanziellen Nöten der Tagesmütter. Seit diese ihre Einkünfte voll versteuern müssten, sei der Beruf extrem unattraktiv. Acht Austritte aus ihrem Verein habe es allein in der Gemeinde Hatten gegeben. Helms wünscht sich unter anderem Zuschüsse von der Gemeinde für die Aus- und Fortbildung der Tagesmütter.
Auch zum Thema demografischer Wandel beschloss der Ausschuss, dass die Gemeinde Senioren und Firmenvertreter werben soll, die in der Waldschule ihren Beruf darstellen und die Schüler beim Übergang von der Schule zum Beruf unterstützen.
VHS weiter eigenständig
Volkshochschul-Leiterin Anne Bohlen war ebenfalls in die Sitzung eingeladen, um über die Arbeit der VHS zu berichten. Ihre wichtigste Botschaft: Bis 2011 ist eine weitgehend eigenständige Arbeit der VHS Hatten und Wardenburg mit eigenem Programmheft gesichert. In der Vergangenheit war immer wieder über eine stärkere Verschmelzung mit der VHS Oldenburg diskutiert worden.
