KIRCHHATTEN - Machura unterrichtete fast 42 Jahre an der Grundschule Kirchhatten. Meiners leitete sie zweieinhalb Jahre lang.
Von Matthias Kosubek
KIRCHHATTEN - Gleich im „Doppelpack“ wurden gestern in Kirchhatten zwei verdiente Pädagogen in den Ruhestand verabschiedet, die laut so Regierungsschuldirektor Klaus Kapell zusammen 82,5 Dienstjahre aufweisen können, davon 44 Jahre an der Grundschule in Kirchhatten: nahezu 42 Jahre die Lehrerin Sigrid Machura, zweieinhalb Jahre Schulleiter Dr. Werner Meiners.Die 1943 geborene Machura kam nach dem Studium in Göttingen am 1. August 1965 nach Kirchhatten, „eine kesse junge Berlinerin“, die schnell die Stöckelschuhe gegen Gummistiefel eingetauscht und die Herzen der Landbevölkerung erobert habe, so Meiners. Kapell würdigte sie als Vollblutpädagogin, die ganze Schülergenerationen erzogen habe. Meiners, der ihr die Ruhestandsurkunde überreichte, lobte ihre beharrlich-freundliche Art und erwähnte ihren Einsatz im Kreispersonalrat, außerdem ihr kommunalpolitisches Engagement in der Gemeinde Hatten.
Wegen des herzlichen Klimas an der Schule, so Machura, habe sie sich nach anfänglichem Heimweh schnell zu Hause gefühlt. Nun falle ihr der Abschied schwer. Eigentlich, so verriet sie, habe sie Apothekerin werden wollen, das Lehrerstudium sei aber kürzer und damit billiger gewesen. Als „besonnen, ausgleichend, für Harmonie sorgend und fröhlich“ wurde Machura von ihrer Kollegin Helga Einsiedel beschrieben.
Der 1946 in Oldenburg geborene Meiners erlernte zunächst den Beruf des Vermessungstechnikers, besuchte neben seiner Arbeit das Abendgymnasium, studierte dann (unterstützt von seiner Frau, die als Krankenschwester arbeitete) in Oldenburg und begann 1973 seine Lehrertätigkeit in Ganderkesee. 1980 wurde er Konrektor der Orientierungsstufe Ganderkesee, später kommissarischer Leiter. Am 1. August 2004 übernahm er die Rektorenstelle an der Grundschule Kirchhatten. Viele Prüfungen bis hin zur Promotion habe Meiner mit Auszeichnung absolviert, so Kapell, der auch Meiners Arbeit als Geschichtsforscher würdigte (unter anderem Geschichte des Oldenburger Landes, der Juden in Niedersachsen und Bremen, Mitarbeit in der Historischen Kommission für Bremen und Niedersachsen, Lehrbeauftragter für Jüdische Studien an der Uni Oldenburg, zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen).
Die Erwartungen an Meiners seien übertroffen worden, die Schule habe spürbar durch ihn gewonnen, lobte Konrektor Johannes Petrich. Der „bienenfleißige Chef“ habe die Schule in zweieinhalb Jahren vorangebracht.
Hattens Bürgermeisterin Elke Szepanski zollte den beiden engagierten Pädagogen „volle Hochachtung und Anerkennung“ für ihre gesellschaftlich so wichtige Arbeit mit Kindern.
