KLEEFELD - Der 16-Jährige traf im Libanon gleichaltrige Jugendliche aus dem arabischen Raum. Der junge Kleefelder war zugleich „Botschafter“ seiner Schule.
von BernhaRD KÜHNE
KLEEFELD - Im Libanon, einst als Schweiz des nahen Ostens bezeichnet und vor Jahren noch von einem verheerenden Bürgerkrieg gegeißelt, fand jetzt ein außergewöhnlicher Workshop mit Ammerländer Beteiligung statt. In Begleitung von Lehrkräften trafen 14 Schüler und Schülerinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus Niedersachsen mit Gleichaltrigen aus dem Libanon, Jordanien und Palästina zusammen. Einer von ihnen war der 16-jährige Christian Thaler. „Das war eine sehr beeindruckende Reise“, so der junge Kleefelder über dieses von der Unesco initiierte Projekt. Die Unesco ist die Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen.Eigentlich waren in erster Linie so genannte Unesco-Projektschulen aufgerufen, Teilnehmer in den Libanon zu entsenden. Der Eigeninitiative und dem Interesse von Christian Thaler ist es zu verdanken, dass er als einziger Ammerländer an dem Treffen im Libanon teilnehmen konnte. Der 16-Jährige ist Schüler einer 12. Klasse am Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht.
„ Wir sind zwar noch keine offizielle Unesco-Projektschule, aber auf einer Warteliste“ erklärt Schulkoordinator Bernd Munderloh. , „Christians Engagement ist daher umso bemerkenswerter und für unsere Schule sehr wertvoll im Hinblick auf unsere Unesco-Bewerbung.“
Christian Thaler hat viel erlebt während seiner Woche im Libanon. „Der Workshop nahe der libanesischen Universitätsstadt Tripoli sollte dem Kennenlernen und dem Abbau von Vorurteilen zwischen Arabern und Europäern dienen“, so der Kleefelder. So standen das Miteinanderreden und gemeinsame Unternehmungen im Vordergrund der Begegnung zwischen jungen Arabern und jungen Menschen aus Niedersachsen. „Warum seid Ihr stolz, Christen zu sein? Warum trinkt Ihr Bier?“ waren häufig gestellte Fragen an die Deutschen. Diskussionen zur Lage im Nahen Osten wurden manchmal von der Realität eingeholt, als z.B. ein Lehrer aus Palästina von einem Raketenangriff berichtete, der während der Unesco-Woche stattfand und bei dem seine Frau verletzt wurde.
„Die offene und tolerante Art der Menschen auch Andersgläubigen gegenüber hat mich tief beeindruckt. Die Araber, die ich kennen lernte haben für Terror im Namen des Islams überhaupt kein Verständnis“, berichtet der junge Kleefelder.
Im Mai nächsten Jahres wird Christian viele Workshopteilnehmer aus den arabischen Ländern wiedersehen, wenn diese zum Gegenbesuch nach Lüneburg kommen. Diesem Treffen entgegenfiebern werden bestimmt zwei deutsche Workshopteilnehmer und zwei arabische, die sich im Libanon ineinander verliebten.
Christian Thaler, der bereits ein halbes Jahr in Australien verbrachte, liebäugelt schon mit der nächsten Reise. Er möchte gern nach Asien, nach Taiwan. „Ich habe da von einem Projekt in Taipeh gehört,“ sagt er mit etwas fragendem Blick in Richtung von Schulkoordinator Munderloh....
Mehr Infos unter www.ups-schule.de
