KLEIN HENSTEDT - KLEIN HENSTEDT/MSI - Ans Fell ging es am Sonnabend den Bentheimer Schafen und Moorschnucken auf dem Wendbüdel-Hof in Klein Henstedt. Beim Schafschurfest wurde den Tieren der dicke Wollmantel abgenommen. Zahlreiche Besucher nutzten bei strahlender Sonne die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des vom BUND betreuten Hofes zu werfen.

Hauptanziehungspunkt waren die zahlrei-chen Tiere, die es auf dem Hof gibt. Neben den Schafen tummeln sich „Bunte Bentheimer Schweine“, „Schwarz Bunte Niederungsrinder“ oder „Diepholzer Gänse“ auf dem weitläufigen Hofgelände.

Die Schafe waren aber die Stars des Wochenendes. Dr. Wulf Carius, Chef des Wendbüdel-Hofes, trieb die etwa 50 Tiere große Herde mit Hilfe seines Hütehundes Charly zusammen. Der schwarz-weiße Border Collie flitzte geschickt um die Herde und sorgte dafür, dass die Tiere Richtung Gatter liefen. Dort warteten bereits Christoph Overesch und Ronald Stöver.

Overesch ist für das Scheren der Schafe zuständig, nachdem der angestammte Schafscherer kurzfristig krank geworden war. „Christoph hat dem Schafscherer lange über die Schulter geschaut, oftmals mitgeholfen und viel Erfahrung gesammelt“, lobte Carius seinen Mitarbeiter. Das Schaf mit festem Griff an seine Beine gedrückt, setzte Overesch die elektrische Schermaschine an. Flink und dennoch behutsam glitt das Gerät unter den Fellmantel. Es dauerte nur wenige Minuten, bis der dichte Pelz herunter war. Um einige Kilo leichter schüttelte sich das nun nackte Schaf kurz und trottete dann zurück Rich-tung Herde. Die Schafschur ist nur einer der Anziehungspunkte auf dem Hof. Auf der Weide nebenan tapst ein erst drei Tage altes Kuhkalb neben der Mutterkuh her.

Mit einem eigenen Infostand ist die Bauernhofklasse der Schule Habbrügger Weg aus Ganderkesee vertreten. Im wöchentlichen Wechsel lernt jeweils eine Klasse der Schule den Aufbau eines ökologischen Bauernhofes kennen. An einer Plastikkuh kann man seine Melkkünste testen. „Das Kunststoffeuter ist mit Wasser gefüllt. Die gemolkene Menge kann gegen frische Milch eingetauscht werden“, so Carius.

Auch die neue Feststoffvergärungsanlage fand das Interesse der zahlreichen Besucher. Im Gegensatz zu den regulären Biogasanlagen kommt dieses neue System vollständig ohne Gülle aus. Auf dem Wendbüdel-Hof sind Gäste nicht nur beim Schafschurfest willkommen. „Wir haben auch viele ehrenamtlich Helfer, die jeden Monat zum Arbeiten kommen“, so Carius.