Edewecht - Es ist Mittwochnachmittag, und während es rund um die Holljestraße ruhig ist, herrscht im Edewechter Jugendzentrum Trubel. Lachende Kinder sind zu hören. Eifrig malen und basteln die 9- bis 14-Jährigen im Zeichenraum des Hauses. An den gelben Wänden und an der Fensterscheibe hängen künstlerische Arbeiten. „Einige der Fensterbilder sind schon richtig alt“, sagt Talke. Die elfjährige Grundschülerin ist regelmäßig im Jugendzentrum künstlerisch aktiv.
„Die kleine Mal- und Zeichenschule findet hier zweimal im Monat statt“, berichtet die Gemeindejugendpflegerin Margaretha Winkler, die den Kursus seit 25 Jahren betreut. Die Kinder können sich selbst aussuchen, was sie machen wollen. „Von Glasarbeiten über Freundschaftsbänder bis hin zu gefilzten Marienkäfern dürfen die Mädchen und Jungen alles ausprobieren“, ergänzt sie.
Das erste Mal beim Kursus dabei sind Claudia und Vanessa, beide neun Jahre alt. Ihnen gefällt das Filzen sehr. Mit einer Nadel piksen sie in die Wolle. „So verkleben die Fasern“, berichtet Vanessa mit einem Schmunzeln. Aus dem Wollknäuel entstehen auf diese Weise schließlich bunte Marienkäfer.
Am Nebentisch malen und kleben Talke und die elfjährige Celina Geburtstagskarten. „Meine Freundin wird bald zwölf, und ich hoffe, sie freut sich über das selbst gebastelte Geschenk“, berichtet Celina, während sie die bunte Karte mit Luftballons versieht.
Eine Geburtstagskarte in letzter Minute gestalten will auch Lisa Marie. Die Elfjährige scheint routiniert im Umgang mit Stift und Kleber zu sein. „Die Karte ist für meine Oma, die morgen Geburtstag hat“, sagt die Edewechterin. Seit ihrem achten Lebensjahr sei sie regelmäßig in der kleinen Mal- und Zeichenschule zu Gast.
Der einzige Junge – neben den sieben Mädchen – ist an diesem Tag Liron-Sadri. Der Zehnjährige besucht den Kursus zum ersten Mal und möchte auf jeden Fall wieder- kommen. Seine Nachbarin Sheryl-Lee hatte ihn auf die Idee gebracht, teilzunehmen. Die Zwölfjährige sei ein „alter Hase“ im Jugendzentrum, sagt sie. „Auch ihre Mutter war früher schon bei uns“, ergänzt Winkler.
