Barßel - Es war mehr als nur ein herzliches Wiedersehen, als sich am Samstag vor dem heutigen Gesundheitszentrum und damaligen Krankenhaus St.-Elisabeth-Stift in Barßel an der Lange Straße die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sprichwörtlich in die Arme fielen.
Dabei war der eigentliche Anlass eher traurig, denn vor 20 Jahren hatten sie durch die Schließung des Krankenhauses ihren Arbeitsplatz verloren. Viele von ihnen hatten sich das letzte Mal gesehen, als das Krankenhaus endgültig und trotz zahlreicher Protestaktionen für immer die Türen schloss. Das Wiedersehen nach so langer Zeit hatten Heiner Witten, Marion Többen, Martha Schliep und Christel Krone organisiert. Rund 60 von den damaligen 115 Mitarbeitern, ob Hausmeister, Pflegekräfte, OP-Schwestern, Büroangestellte, Reinigungsangestellte oder Ärzte, ließen es sich nicht nehmen, sich noch einmal an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz zu treffen.
Unter den Teilnehmern war auch Dr. Günther Kraffczyk aus Barßel. Der damals sehr anerkannte Chirurg am Barßeler Hospital war trotz seines hohen Alters von 96 Jahren gekommen und freute sich besonders, die ehemaligen Kollegen aus der chirurgischen Abteilung begrüßen zu können.
„Es ist schön, die alten Kollegen wiederzusehen“, sagte der ehemalige Hausmeister Bernd Cloppenburg aus Barßelermoor. Er wolle allerdings nicht zurückschauen, sondern nach vorne blicken und manches nette Gespräch an diesem Wiedersehenstag führen.
Anders dagegen Andrea Blömer. „Das Ereignis war damals traurig, doch ich schaue gerne zurück“, sagte die 47-jährige OP-Schwester. Besonders in Erinnerung ist ihr die Arbeit mit Dr. Dogay Remzi aus Barßel geblieben. „Wir haben im OP-Saal gerne zusammen den damaligen Hit von Mr. President, Coco Jamboo, gesungen“, so Blömer.
Nur gute Erinnerungen an die Krankenhauszeit hatte auch Ruth Thoben aus Scharrel. „Ich wollte die ehemaligen Kollegen mal wieder treffen“, sagte die Saterländerin.
Über 30 Jahre waren Gerda Fresenborg (74) aus Barßelermoor und Marlies Janßen (68) aus Barßel Nachtschwestern im Krankenhaus. „Da gab es schon das eine oder andere Erlebnis. Besonders wenn die Polizei auftauchte“, erinnerten sich die beiden. Doch die Erinnerungen an die Schließung seien beim Treffen wieder wach geworden und dazu flossen auch ein paar Tränen. Das empfand auch Regina Naber aus Ramsloh so.
Nach einem Stehcafé in der Cafeteria des Gesundheitszentrums führte der jetzige Geschäftsführer der Caritas Barßel-Saterland, Carsten Huslage, die Teilnehmer durch das Gebäude. „Das ehemalige Krankenhaus hat ein völlig neues Gesicht bekommen“, so Christel Krone. Danach gab es einen Spaziergang durch den Ort mit einem Abschlussbuffet im Hotel Ummen. „Es ist alles so gelaufen, wie wir es uns als Organisatoren gedacht hatten“, sagte Heiner Witten. Einige Kollegen hätten sich seit der Schließung aus den Augen verloren und erst auf den zweiten Blick wiedererkannt.
