Heide - Ein Schulhof, so sagt der bayerische Spielgeräte-Designer Günter Beltzig, „ist ein Königreich mit vielen kleinen Fürstentümern“. Am Donnerstag konnte man erahnen, was er damit meint – als nämlich auf dem Hof der Verlässlichen Grundschule Heide der Schülerrat in Windeseile ein neues „Fürstentum“ eroberte: den Niedrigseilgarten. Die Attraktion zum Hangeln und Klettern ist Teil der jüngsten Umgestaltungsmaßnahmen, deren Ergebnisse am Donnerstag offiziell vom Förderverein an die Schule übergeben wurden.
Kurzer Rückblick. Im Februar dieses Jahres war Günter Beltzig für zwei Tage an der Grundschule zu Gast. Gemeinsam mit Schulkindern, interessierten Eltern und dem Kollegium entwickelte er eine langfristige, umfassende Gesamtplanung für den Schulhof.
Deren Umsetzung sei wohl ein „Zehn-Jahres-Projekt“, schätzt Rektorin Ursula Dunker. Vorgesehen sei eine Umsetzung in kleinen Schritten.
Freilich: Das, was seit dem Juni dieses Jahres verwirklicht wurde, ist schon ein größerer Schritt. Zum einen wurde der Niedrigseilgarten für alle Altersgruppen errichtet. Der habe auf der Wunschliste der Kinder gestanden, erklärte Ulla Dunker.
Die zweite Baustelle: das Heidehaus, in dem Spielgeräte gelagert werden. Der hölzerne Bau erhielt einen abschließbaren Anbau für die Fußballtore und Bälle. Hier hat jetzt während der Schulzeit der jeweilige Tordienst die Schlüsselgewalt, er kann selbstständig die Organisation der täglichen Fußballspiele übernehmen.
Drittens wurde das Dach des Heidehauses saniert, viertens ein großes Tipi „gepflanzt“.
Alles in allem habe dieser Bauabschnitt mit rund 13 000 Euro zu Buche geschlagen, berichtete Förderverein-Vorsitzender Rainer Sievert. Logisch, dass der Verein den finanziellen Kraftakt nicht allein wuppen konnte.
Etwa 6500 Euro, so sagte Sievert, seien beim jüngsten Sponsorenlauf der Schule als Erlös zusammengekommen. Darüber hinaus halfen bei der Finanzierung die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok (mit einem Scheck über 1300 Euro) sowie die Gemeinde, die auch sämtliche Erdarbeiten übernahm (die dann der Kommunalservice ausführte). Finanziell und mit Tatkraft half der Orts- und Verkehrsverein Schönemoor, ferner zählten die Firma Waldeck und die Baumschule Aloys Pöhler zu den Sponsoren.
Mit dem Bauvorhaben ist das gesamte Projekt (natürlich) noch nicht abgeschlossen. Als ein nächster Schritt ist die Schaffung eines Freiluftklassenzimmers angedacht.
