Osternburg - Oldenburgs kleinste Schule (47 Schüler), die Montessori-Schule, ist unter das Dach einer großen Betreibergesellschaft geschlüpft: Die ASG (Anerkannte Schulgesellschaft) mbH aus Annaberg-Buchholz in Sachsen hat die Trägerschaft übernommen. Der ehrenamtlich arbeitende Vorstand des bisherigen Trägervereins „Freiraum“ habe erkennen müssen, dass trotz größten Engagements der Umfang an Arbeit auf Dauer nicht kontinuierlich geleistet werden könne, berichtet Schulleiterin Claudia Fischer. Nach mehreren Gesprächen sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Übertragung der Trägerschaft an die ASG die, so Fischer, „vernünftigste Lösung für eine dauerhafte und sichere Entwicklung“ von Grund- und Oberschule darstelle.
Die von Geschäftsführer Elmar Süß geleitete ASG ist mit 15 Bildungseinrichtungen (Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen) in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen vertreten. Seit dem Jahr 2004 gehört das Babelsberger Filmgymnasium in Potsdam zum Portfolio der ASG. „Wir erhoffen uns da Synergien“, sagt Fischer.
Erste positive Auswirkung: Mit Übernahme der Trägerschaft sei die finanzielle Belastung der Eltern durch die Einführung eines vom Verdienst abhängigen Schulgeldes gesenkt worden, so die Schulleiterin. Das Schulgeld variiert zwischen 0 Euro (bis 25 000 Euro positives Bruttoeinkommen) und 250 Euro (über 75 000 Euro Bruttoeinkommen) und wird dem Sockelbetrag (140 Euro pro Monat für die Grundschule sowie 160 Euro pro Monat für die Oberschule) zugeschlagen.
Für das kommende Schuljahr strebt die an der Burmesterstraße 5-7 in Osternburg beheimatete Montessori-Schule den Ausbau der im Sommer 2015 gestarteten Oberschule an. Es gibt noch freie Plätze für die 5. und 6. Klasse. Die Jahrgangsgruppen in der Oberschule lernen in je zwei Jahrgängen gemeinsam, erläutert Schulleiterin Fischer an. In der Doppelstufe 5/6 können sich die Schüler auf vielfältigen Gebieten von Naturwissenschaften über Technik und Wirtschaft bis hin zu Künsten erproben und orientieren. Sie erhalten die Möglichkeit, mit dem Erlernen einer zweiten Fremdsprache (geplant ist Spanisch) zu beginnen.
Ab der Jahrgangsstufe 7/8 werde der Fokus zunehmend auf praktisches Arbeiten in komplexen Projekten an außerschulischen Lernorten gelegt, ergänzt Pädagogin Julia Voigt. In der Doppeljahrgangsstufe 9/10 ist wahlweise der erweiterte Sekundarabschluss mit der fortgesetzten Belegung der zweiten Fremdsprache das Ziel oder ein berufspraktischer Schwerpunkt, der das erste Jahr einer beruflichen Ausbildung integrieren kann. Perspektivisch plane der Träger die Einrichtung eines beruflichen Gymnasiums, das konzeptionell an die Oberschule anknüpft, so Claudia Fischer.
Ein Informationsabend zur Oberschule findet an diesem Dienstag, 10. Mai, ab 19 Uhr in der Montessori-Schule statt.
