Ahlhorn - Wenn am Nachmittag die Kinder aus der Grundschule in Ahlhorn längst zu Hause sind, dann haben die Reinigungskräfte das Kommando. Dann riecht es im Gebäude an der Schulstraße vor allem nach Putzmitteln. Heute nicht: Aus der Küche im ersten Stock riecht es nach Grünkohl. Denn der steht einmal im Jahr auf dem Speiseplan im Hort in der Grundschule.
„Pizza ist besser“, sagt der neunjährige Khairullah, während seine Schwester Samira Kartoffeln und Kohl auf ihren Teller schaufelt. Die Zehnjährige, ihr Bruder und ihre elfjährige Schwester Zinah sind im Hort, seitdem dieser im August 2011 in der Grundschule eröffnet hat.
„Einige sind von Anfang an dabei“, erzählt Kristin Averbeck. „Die Kontinuität ist gut für die Kinder und für unsere Arbeit.“ Zwischen all dem Kinderlachen ist sie kaum zu verstehen. Zu Beginn war im Hort Platz für 20 Kinder, seit diesem August sind es 30. Denn die Betreuerinnen Kristin Averbeck und Elena Engel haben Unterstützung bekommen. Seitdem Daniela Oltmann als zusätzliche Betreuerin da ist, gibt es eine zweite Gruppe mit zehn Kindern.
Die Plätze sind beliebt. Wird etwas frei, rücken sofort Kinder nach. „Wir haben eine Warteliste“, sagt Averbeck. Die Kinder kommen von den Grundschulen in Ahlhorn und in Großenkneten, ein Mädchen auch von der Graf-von-Zeppelin Schule. Willkommen sind alle Jungen und Mädchen von sechs bis 14 Jahren.
Und geboten wird jede Menge. „Es gibt jeden Tag ein Mittagessen, wir erledigen die Hausaufgaben, spielen und basteln“, sagt Averbeck. Am Dienstag und Donnerstag geht es in die Sporthalle oder zum Schwimmen. Dazu kommen besondere Aktionen: eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt, Übernachtungspartys oder eben die Grünkohltour mit Spielen und einer stilechten Krönung von gleich zwei Kohlköniginnen, Tina (11) und Lilly (9), sowie einem König, Lukas (8).
Ganz klassisch ist die Fleischeinlage beim Kohlessen im Hort hingegen nicht: Kochwurst, Pinkel, Kasseler und Geflügelwürstchen. „Interkulturelle Herausforderungen“, sagt Averbeck schmunzelnd. Im Hort kommen Kinder aus aller Herren Länder zusammen: Irak, Vietnam, Polen, Albanien, Litauen und Deutschland. „Das macht sehr viel Spaß“, sagt Averbeck mit Blick auf die multikulturelle Gruppe.
Von Montag bis Freitag können die Jungen und Mädchen von 12.50 bis 16.30 Uhr in den Hort kommen, in den Ferien sogar ab 7.30 Uhr. Vor allem in der schulfreien Zeit achten die Betreuerinnen darauf, dass die Kinder möglichst viel Zeit draußen verbringen, sagt Kristin Averbeck, während die ersten Kinder ihre Teller abgeräumt haben und spielen gehen.
In ein paar Stunden sind auch sie zu Hause. Bis zum nächsten Tag jedenfalls, denn dann gibt es bei der Übernachtungsparty im Hort endlich Pizza.
