Nordenham - Jayden (4 Jahre alt) ist erstaunt. Was fuchtelt denn die Frau vor mir mit ihren Händen herum? Will sie mir etwas mitteilen? Kurz darauf wird Jayden aufgeklärt: Es handelt sich um Gebärdensprache.
Bereits zum sechsten Mal fand am Donnerstag in der Stadthalle Friedeburg ein Forschertag statt. Die bundesweit aktive, gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ möchte mit ihrer Initiative Vorschulkindern Naturwissenschaften, Mathematik und Technik näherbringen. 13 Kindergärten aus Nordenham und Umgebung waren dazu eingeladen worden.
„Ich habe gelernt, dass man auch ohne Mund reden kann“, sagt Jayden. Doch seine Wissbegierigkeit lenkte sich schnell auf die nächste der insgesamt sieben aufgebauten Stationen.
Der Forschertag fand in diesem Jahr unter dem Motto „Kannst du mich verstehen? Die Vielfalt der Kommunikation erkunden und erforschen“ statt. Mehrere Schulen aus Nordenham demonstrierten dabei verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Menschheit in der Vergangenheit verständigte. Neben der immer noch aktuellen Gebärdensprache wurden die Kindergartenkinder auch über Geheimschriften, Rohrpost, Morsezeichen und Kommunikation über Schall und Schwingung informiert.
Auch Rieke (5) war begeistert. „Ich kann sogar über Wasser hören“, sagt sie. Azad (5) zeigte ebenfalls großes Interesse. „Ich fand es ganz spannend, dass ich mich auch über die Musik unterhalten kann“, sagte Azad, als er schon wieder auf dem Sprung zur nächsten Station war. „Ich bin neugierig, was gleich noch alles so kommt.“
Der Forschertag wird jährlich vom Netzwerk „Nordenham und umzu“ veranstaltet und von der Stadtbücherei unterstützt. „Wir wollen die Kinder begeistern, indem wir ihnen kleine Experimente vorführen“, sagt Jochen Dudeck, Leiter der Stadtbücherei.
Auch die Erzieherinnen werden in Workshops geschult, wie sie die Kinder in die Welt der Naturwissenschaften einführen können. „Dabei sollen die Kinder aber nicht überfordert werden“, sagt Marcus Willms. Er ist einer von drei Trainern, die mindestens fünfmal im Jahr den Erzieherinnen beibringen, wie sie die Kinder mit einfachsten Mitteln begeistern können. Dafür steht ein ausrangierter Physikraum in der Grundschule Süd bereit. „Manchmal kommen wir Trainer aber auch direkt in die Schulen“, sagt Marcus Willms.
Die Kinder haben jedenfalls viel gelernt. Beispielsweise, dass Telefone früher noch einen Hörer und ein Kabel hatten. So geriet der Forschertag fast zu einer Art Museumsbesuch.
