Lemwerder - „Ich bin wirklich stolz, dass uns so viel Vertrauen entgegen gebracht wird“, betont CVJM-Kindergartenleiterin Sabine Schulz. Sie freut sich, dass die im September 2015 gestartete Kooperation mit der Lürssen-Werft so gut angelaufen ist. Alle 15 Plätze in der neuen Krippengruppe „Krabbelkutter“, von denen zehn für die Kinder von Mitarbeitern der Werft reserviert sind, waren von Anfang an belegt.

Der Bedarf sei da und die Nähe zum Arbeitsplatz gebe besonders bei so kleinen Kindern Sicherheit, sagt Sabine Schulz. Mit flexiblen Betreuungszeiten zwischen 7 und 17 Uhr komme das neue Angebot aber auch anderen berufstätigen Eltern sehr entgegen, ist ihre Erfahrung.

Dabei war es kein leichter Start, denn die dazu nötige Erweiterung der Räumlichkeiten, deren Kosten von der Werft übernommen wurden, fand während des laufenden Betriebs statt. Das habe viel Kraft gekostet, aber dem Team sei es immer wieder gelungen, Übergangslösungen zu schaffen. Voller Vorfreude sehen sie und ihre 18 Kolleginnen nun dem neuen Kindergartenjahr entgegen, weil dann wieder der Alltag einkehren wird, sagt die Kindergartenleiterin.

30 Kinder unter drei Jahren in zwei Krippengruppen sowie 53 Jungen und Mädchen in den beiden Integrationsgruppen und der Regelgruppe besuchen die Einrichtung des CVJM in Lemwerder. Frei werdende Plätze sind jedes Jahr schnell vergeben.

Vier weitere Mitarbeiterinnen, die sich durch die Beiträge der Eltern finanzieren, wurden mit Start des „Krabbelkutters“ eingestellt.

Mit ausreichend Zeit die Eingewöhnung zu starten, lautet das bewährte Konzept im Krippenbetrieb. Oftmals können die Kleinen an ihrem ersten Tag weder laufen noch sprechen. Den Eltern fällt es da nicht immer leicht loszulassen, um sich wieder voller Elan dem Arbeitsalltag zuzuwenden. „Darum gehört es bei uns dazu, dass ein Elternteil so lange dabei bleibt, bis das Kind wirklich bei uns angekommen ist. Das kann drei Wochen oder auch drei Monate dauern“, erklärt Schulz. Ihren Arbeitsplatz verlassen müssen Eltern nach dieser Eingewöhnung nur noch sehr selten, berichtet sie.

Im CVJM-Kindergarten wird nach den Ansätzen von Emmi Pikler gearbeitet. Die ungarische Kinderärztin fand heraus, was Bewegung für die Entwicklung bedeutet. Dementsprechend sind die Gruppenräume ausgelegt, in denen die Kinder sich freudig, frei und am besten von Anfang an barfuß ausprobieren können. Grenzen werden dabei ausgelotet und es wird gelernt, wann es heißt, vorsichtig zu sein – ein Konzept, das abgerundet durch Schlaf- und Wickelräume sowie genügend Rückzugsmöglichkeiten gut ankommt.

Die Nachfrage nach Plätzen ist groß, denn die Zeiten der geburtenschwachen Jahrgänge ist vorbei, hat Sabine Schulz festgestellt.