Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Ausschuss Kreis soll Modellregion für Förderschulen werden

Friesland - Die Mitglieder des Kreisschulausschusses haben sich nach gut einstündiger Diskussion darauf geeinigt, dass der Landkreis Friesland in Zusammenarbeit mit der Bildungsregion, der Landesschulbehörde und den betroffenen Förderschulen bis Oktober ein Gesamtkonzept für „Förderschulen und Inklusion“ entwickeln soll.

Hintergrund waren ein Antrag der FDP-Fraktion zur Verabschiedung einer Resolution zum Erhalt der Förderschulen und ein Antrag der Pestalozzischule Varel.

Bei beiden Anträgen blieben viele Fragen offen, auch deshalb, weil die Landesregierung derzeit neue gesetzliche Rahmenbedingungen für Förderschulen und den Umgang mit Inklusion erarbeitet, deren endgültiges Ergebnis aber noch aussteht. Das bestätigte auch Stephan Hagemann von der Landesschulbehörde.

„Was wir aber wissen, ist, dass es viele Veränderungen geben wird, die der Landkreis umsetzen muss“, sagte Uwe Burgenger (Grüne). Daher müsse man sich schon jetzt auf den Weg machen und ein Gesamtkonzept für die Förderschulen erarbeiten.

Kreis als Modellregion

Die derzeitigen Planungen des Landes sehen vor, dass im Rahmen der Inklusion zumindest Grundschulkinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen künftig an Regelschulen unterrichtet werden sollen. Dort sollen sie über den normalen Unterricht hinaus gefördert werden. Die zusätzlichen Lehrerstunden sollen dann dezentral von Lehrern der Förderschulen übernommen werden.

„Wir müssen uns jetzt schon organisieren, damit das Konzept steht, wenn der neue rechtliche Rahmen in Kraft tritt“, betonte Landrat Sven Ambrosy. Ihm schwebt vor Friesland, als Modellregion vorzuschlagen. Die Idee ist, in Jever und in Varel so genannte Förderzentren zu etablieren.

Bisher gibt es drei Förderschulen im Landkreis: Die Friedrich-Schlosser-Schule in Jever und die Pestalozzi-Schule in Varel, beide mit dem Förderschwerpunkt Lernen, daher sind sie besonders von den Umstrukturierungen betroffen. Die Heinz-Neukäter-Schule in Roffhausen mit dem Schwerpunkt emotionale und geistige Entwicklung ist nach derzeitigem Stand von den Plänen der Landesregierung nicht betroffen. Hinzu kommen die beiden Sprachheilklassen in der Grundschule Jungfernbusch in Schortens. Beide seien zwar von den Planungen des Landes ebenfalls nicht betroffen, sollen aber in das Konzept des Kreises eingebunden werden.

SuPeR-Klassen

Die Friedrich-Schlosser-Schule hat bereits den zweiten Schwerpunkt geistige Entwicklung, die Pestalozzi-Schule hat einen entsprechenden Antrag auf Erweiterung um diesen Schwerpunkt gestellt. Der Antrag der Pestalozzi-Schule ist Grundlage für die Konzeptentwicklung.

Ein Konzept, das sich bereits bewährt hat und weiterbestehen soll, sind die „SuPeR“-Klassen an der Oberschule Sande, die als „SuPrA“-Klassen erhalten bleiben. Die Klassen werden künftig nicht nur für Haupt- sondern auch für Förderschüler offen stehen. In den Klassen werden leistungsschwache und schulmüde Schüler unterrichtet. Mit sehr viel Erfolg: Seit Einrichtung der Klassen hat nur ein Schüler keinen Hauptschulabschluss erreicht. Aktuell sind es 18 Absolventen, 70 Prozent haben laut Schulleiter Hans-Joachim Vogt einen Ausbildungsplatz in der Tasche.

Bisher wurde das Projekt vom Landkreis, der Stadt Wilhelmshaven und der Agentur für Arbeit finanziert. Künftig verringert sich die Förderung durch die Agentur für Arbeit, sie ist allerdings mit der Modifizierung des Angebots dennoch möglich. Die Agentur übernimmt künftig elf Prozent der Kosten, der Anteil des Landkreises erhöht sich um 6200 Euro auf 18  000 Euro.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund
Die Polizei sucht nach Zeugen, die einen Unfall in Stedesdorf gesehen haben könnten.

POLIZEI SUCHT NACH ZEUGEN Rollerfahrer fährt Elfjährigen in Stedesdorf an – und fährt einfach weiter

Stedesdorf
Urteil im Prozess um Totschlag in Damme vor dem Landgericht Oldenburg: Eine 39-jährige Frau wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Sie hatte im Wahn ihren Ehemann mit einem Schwert getötet.

LANDGERICHT OLDENBURG Ehemann mit Schwert getötet – 39-Jährige aus Damme verurteilt

Thilo Schröder
Damme