Friesland - Der Vorstand des Kreiselternrates Friesland wünscht sich eine „Schulstrukturdebatte ohne Scheuklappen“. Dies hat er jüngst in einer Presseerklärung mitgeteilt. „Ich freue mich, dass der Schulvorstand der Haupt- und Realschule Zetel die Neueinrichtung einer weiteren Integrierte Gesamtschule beantragt hat und damit ein wohnortnahes Angebot für die Kinder des Südkreises schaffen möchte. Das entlastet auch die Situation in Schortens”, erklärte die Zweite Vorsitzende des Kreiselternrates, Martina Esser.

Die erhitzten Diskussionen der vergangenen Wochen über die Zukunft der Haupt- und Realschule Zetel und insbesondere die Verknüpfung dieses Themas mit der Beantragung der Genehmigung der Sekundarstufe II für die bereits bestehende IGS Friesland kann der Vorstand des Kreiselternrates nicht nachvollziehen und hält sie auch nicht für zielführend.

Der Kreiselternrat Friesland möchte für alle Schüler im Landkreis das bestmögliche Bildungsangebot. Neben dem klaren Willen zum Gymnasium gibt es einen deutlichen Wunsch der Eltern, den Bildungsweg ihrer Kinder möglichst lange offen zu halten, inklusive der Möglichkeit, an der Schule vor Ort das Abitur zu erlangen.

„Bei einer ergebnisoffenen Schulstrukturdebatte kann man Veränderungen nun einmal nicht ausschließen”, sagte Imke Koring, Vorsitzende des Kreiselternrates.

Im Sommer 2009 wurde die IGS Friesland in Schortens gegründet. Für viele Schülerinnen und Schüler und deren Eltern ging nach Angaben des Kreiselternrates damit ein harter Kampf für diese integrierte Schulform positiv zu Ende. Auch mit einer Sechszügigkeit und einer Klassenstärke von derzeit noch 30 Schülern kann diese neue Schulform jedoch laut Mitteilung des Kreiselternrates nicht alle Schüler aus dem ganzen Landkreis aufnehmen. Jedes Jahr müssen zahlreiche Anmeldungen abgelehnt werden, viele Kinder können diese gewünschte Schulform nicht besuchen. Die Kinder aus der Stadt Varel, aus den Gemeinden Zetel und Bockhorn und umliegenden Gegenden nehmen einen sehr langen Anfahrtsweg in Kauf. „Das signalisiert deutlich den starken Wunsch nach dieser Schulform“, so der Vorstand des Kreiselternrats.