Friesland - Der Landkreis Friesland will mit zwei Projekten dafür sorgen, dass die Flüchtlinge in Frieslands Städten und Gemeinden besser integriert werden können. In diesem Jahr erwartet der Landkreis 415 Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten, hinzu kommen Wieder-Einreisende zum Beispiel aus Ex-Jugoslawien. Bis Anfang Februar sind bereits 84 Flüchtlinge in Friesland eingetroffen, insgesamt leben im Landkreis zurzeit rund 700 Flüchtlinge.
Hilfe bei Stellensuche
Unter dem Motto „Ankommen in Wittmund/Friesland“ soll zum 1. August ein Projekt starten, das Flüchtlinge und Asylbewerber dabei unterstützt, schnell einen Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu finden. Erarbeitet wurde das Projekt von dem Wittmunder Bildungsträger Vita Akademie GmbH. Die Landkreise Wittmund und Friesland haben gemeinsam mit der Akademie bereits Fördermittel in Höher von 1,9 Millionen Euro für einen Projektzeitraum von vier Jahren beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales beantragt. Die beiden Landkreise würden bei Bewilligung der Mittel das Projekt mit zehn Prozent gegenfinanzieren.
Ziel ist, Asylbewerber und Flüchtlinge von ihrer Ankunft in Friesland und Wittmund an zu begleiten. Durch berufsspezifische sprachliche und fachliche Qualifizierung sollen die Flüchtlinge schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden.
„Es geht darum, Ausbildungen, Abschlüsse und weitere Qualifizierungen zu klären, bevor die Menschen zum Jobcenter gehen“, erläuterte Frieslands Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch am Donnerstag im Kreistag.
Ein zweites Projekt hat die Volkshochschule und Musikschule Friesland-Wittmund unter dem Motto „Soziale Integration“ erarbeitet. Darin soll Flüchtlingen und Asylbewerbern innerhalb von sechs Monaten Sprachkompetenz vermittelt werden. Mit dem Projekt soll so bald wie möglich begonnen werden – die Kosten belaufen sich für Friesland auf rund 32 000 Euro. Die Volkshochschule wird einen Förderantrag ans Land stellen, die entsprechende Richtlinie sieht eine Förderung von bis zu 80 Prozent vor.
Sprachkenntnisse
Die geplante Maßnahme soll allerdings kein klassischer Sprachkursus sein: Die Teilnehmer sollen Deutsch lernen und zugleich deutsche Geschichte, Kultur, die Organisation des Alltags, den Umgang mit Ämtern und Behörden kennen lernen und den Einstieg in die Arbeitswelt vorbereiten.
Bisher haben Flüchtlinge erst dann einen Anspruch auf einen Deutsch- und Integrationskursus, wenn ihr Aufenthaltsstatus eindeutig festgestellt ist – und das kann Jahre dauern. Mit dem Integrationsprojekt der Volkshochschule soll nun frühzeitig mit Integration und Spracherwerb begonnen werden – „und selbst wenn die Leute dann Deutschland verlassen müssen: Deutschkenntnisse sind nie von Nachteil“, betonte Silke Vogelbusch.
Beide Projekte wurden vom Kreistag positiv beschieden.
