KREYENBRüCK - Die Kinder können montags und dienstags für zwei Unterrichtsstunden aufs Pferd steigen. Der Kurs ist bei Jungen und Mädchen beliebt.
Von Mandy von Pless
KREYENBRÜCK - Jeden Montag und Dienstag freuen sich die Fünft- und Sechstklässler der Hauptschule Kreyenbrück auf den Unterricht. Der Grund ist ganz einfach: Die pferdebegeisterten Schüler nehmen an einem Wahlpflichtkurs Reiten teil. Anstatt am Pult in der Schule zu sitzen, geht‘s in die Reit- und Fahrschule Oldenburg (RFO). „So verbringen die Kinder zwei Unterrichtsstunden an der Seite eines Pferdes“, beschreibt Lehrerin Susanne Eilers.Die Jungen und Mädchen treffen sich pünktlich um 7.45 Uhr voller Ungeduld und Vorfreude in der Kantine des Reitvereins. Wenn alle gestiefelt und umgezogen sind, geht es in den Stall. Dann werden erstmal die Pferde und Ponys gestriegelt und herausgeputzt, bis das Fell glänzt. Auch die Hufe werden ausgekratzt, gewaschen und gefettet, der Schweif und die Mähne so lange bearbeitet, bis alles blitzt.
Um 8.30 Uhr geht es dann endlich mit den Pferden in die Halle. Die Schüler traben und galoppieren durch die Reitbahn. Und immer wieder werden die Pferde gedrückt und gelobt. Die Jungen und Mädchen haben eine Menge Spaß. Bei schönem Wetter wie zurzeit machen sie auch Ausritte ins freie Gelände. „Der Kurs ist echt toll. Ich bin gerne mit den Pferden zusammen. Hier fahre ich gerne hin zum Unterricht“, verrät der elfjährige Steffen.
Der Wahlpflichtkurs hat sich an der Schule etabliert und ist bei Jungen und Mädchen sehr beliebt. Vor zwei Jahren hat Susanne Eilers in Zusammenarbeit mit der RFO das besondere Fach ins Leben gerufen. Sie ist selbst von Kindesbeinen an mit Pferden vertraut. Für den Kurs hat sie an der Landesreitschule Vechta eine spezielle Ausbildung absolviert.
In Theorie und Praxis wird vermittelt, was ein guter Reiter wissen muss. „Die Kinder lernen den artgerechten Umgang mit den Tieren. Dabei erkennen sie, dass die Pferde keine leblosen Sportgeräte oder Kuscheltiere sind“, schildert die Lehrerin.
Aber nicht nur solche Kenntnisse sind Ziel des Kurses. „Die Schüler betreuen partnerweise ein Pferd, lernen sich gegenseitig zu helfen und sind begeistert bei der Sache. Sie entwickeln ihre Sinne, das soziale Verhalten und Selbstbewusstsein“, erklärt Susanne Eilers.
Um 9.20 Uhr ist der Reitunterricht für die Schüler vorbei. Sie verabschieden sich von ihren Lieblingen und fahren mit dem Bus oder Fahrrad zur Schule. „Ich freue mich schon auf das nächste Mal“, sagt die elfjährige Rabea freudestrahlend.
