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Vortrag Brückenjahr soll weitergehen

Mirja Zipfel

KREYENBRüCK - Die Botschaft ist eindeutig: „Das Brückenjahr muss weitergehen“, appellierte Dr. Herbert Asselmeyer, Dozent der Uni Hildesheim und Fachmann für angewandte Organisationspädagogik, an die in der Grundschule Klingenbergstraße versammelten Eltern, Lehrer und Erzieher. In erster Linie war der Aufruf des Gastredners aber an die Kommune und Landesschulbehörde gerichtet, die die finanzielle Weiterförderung für das Modellprojekt im Sommer 2011 eingestellt hatten.

Hintergrund: Kindergartenkinder sollen so gut wie möglich in eine erfolgreiche Grundschulzeit starten. Damit ihnen der Übergang leichter fällt, haben acht Oldenburger Grundschulen „Kooperationsverträge“ mit ihren jeweiligen Bezugskindergärten abgeschlossen. Ein Beratungsteam, dem Cordula Seeber, Rektorin der Grundschule Krusenbusch, und Britta Bohlen, Leiterin der städtischen Kita Achtermöhlen, angehören, organisierte Lehrerfortbildungen, die sich mit der Thematik befassten.

Stresserfahrungen

Geht es nach Asselmeyer, soll diese bislang geleistete Arbeit nicht umsonst gewesen sein. Um Lust zu machen, dass es aus seiner Sicht weitergehen müsse, versuchte er die anwesenden Lehrer und Erzieher zu unterstützen. In einer launigen Rede reflektierte der Pädagoge die Ziele und Inhalte des Bildungsprojekts. „Kinder verbinden die Zeit der Einschulung mit Stresserfahrungen“, sagte Asselmeyer. In dieser Phase durchlebten sie einen Identitätswandel: „Beziehungen zu anderen Personen müssen neu gestaltet werden.“ Als eine Art Brücke verstehe sich das Kooperationskonzept: „Sie ist ein Symbol und steht für die Überwindung der Schwierigkeiten.“

Der Dozent erklärte, warum es sich in der Vergangenheit als problematisch gestaltet hat, künftigen Erstklässlern den Übergang zu erleichtern: „Man kann es in einem Satz ausdrücken: Weil man die Begegnung bislang nicht organisierte.“ Es habe die ernsthafte Auseinandersetzung gefehlt. „Jede Bildungseinrichtung stützt sich auf den eigenen Bildungsauftrag“, erläuterte Asselmeyer. Löse man sich aber von diesen Vorgaben und gehe eine Kooperation ein, entfalte das „neue Formen der Demokratie“ – vorausgesetzt Lehrer und Erzieher verfügten über eine positive Einstellung zur Arbeit, ausreichend Motivation und Widerstandskraft. Als weniger entscheidend sieht der Experte die Anzahl der absolvierten Fortbildungen an.

„Wunderbarer Auftakt“

Eine Frage konnte Asselmeyer nicht vollständig klären: Die, ob sich in Zukunft genügend engagierte Personen finden lassen, die trotz Mehraufwand und ohne finanzielle Förderung des Landes bereit sind, die Projektarbeit fortsetzen zu wollen. „Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht“, lobte er und machte gleichzeitig deutlich: „Es ist ein wunderbarer Auftakt für eine weitere schrittweise Förderung.“

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