Bergedorf - Als vor zwei Jahren die ersten Krippenkinder kamen, hieß es in der Kinderburg Bergedorf: Aussortieren. „Wir mussten viel Spielzeug reduzieren“, erinnert sich Kindergartenleiterin Marion Thelken. „Alle kleinen Teile mussten raus.“ Damit die ganz Kleinen nicht versehentlich Spielzeug verschlucken.
Fünf Kinder unter drei Jahren werden in der altersübergreifenden Gruppe betreut – aus Sicht von Marion Thelken für alle eine Bereicherung. „Die Großen lernen Rücksichtnahme, die Kleinen schauen sich vieles ab.“
Zusammen mit einer Kinderpflegerin und einer Sozialassistentin betreut die Erzieherin in der Einrichtung 20 Mädchen und Jungen. „Wir sind sehr familiär und ins Dorfleben integriert“, beschreibt Marion Thelken die Vorteile der Kinderburg. Als beispielsweise der Nachbar Silo gefahren habe, sei das für die Kinder eine große Attraktion gewesen. Regelmäßig sind sie bei benachbarten Bauern oder auch der Bergedorfer Feuerwehr zu Gast. Draußen gibt es jede Menge Platz zum Spielen und Toben.
Der Tagesablauf in Bergedorf unterscheidet sich kaum von dem in großen Einrichtungen. Zwischen 8 und 8.30 Uhr werden die Kinder gebracht, dann kommen alle beim Morgenkreis zusammen. Anschließend folgt die Arbeitsphase, in der in Kleingruppen beispielsweise gebastelt wird. Dann wird frei gespielt, bevor sich alle gemeinsam zum Frühstück hinsetzen. „Wenn einige weiterspielen würden, würden die Krippenkinder nicht essen“, weiß Marion Thelken. Anschließend werde weitergespielt.
Bei größeren Ausflügen tut sich die Kinderburg mit anderen kleinen Einrichtungen, den Kindergärten Falkenburg und Grüppenbühren, zusammen – etwa wenn die Schulanfänger ins Überseemuseum fahren. Mit den beiden anderen Kitas wird auch regelmäßig das Spielzeug getauscht, damit nirgends Langeweile aufkommt.
Für Abwechslung im Kindergarten-Alltag sorgen außerdem die Ehrenamtlichen der Lesekiste, die alle 14 Tage ins Haus kommen, und die wöchentliche musikalische Früherziehung der Musikschule. Auf allzu viel Spielzeug – und erst Recht auf das ganz kleine – können die Mädchen und Jungen der Kinderburg gut verzichten.
