Freudenberg - Anlass für Ärger mit dem Chef gibt es genug. Wollen Mitarbeiter aber Kritik am höchsten Vorgesetzten äußern, sollten sie nicht mit der Tür ins Haus fallen. „Viele Vorgesetzte sind überhaupt nicht kritikfähig“, sagt Juliane Dreisbach, Psychologin aus Freudenberg.
Monatelang haben Arbeitnehmer sich also geärgert, nun steht das Mitarbeitergespräch mit dem Vorgesetzten an. Kann man da Kritik anbringen? Und wenn ja, wie verpackt man die?
Dazu ein paar Tipp von der Expertin Dreisbach:Verbesserungsvorschlag machen: Mitarbeiter sollten Kritik am Vorgesetzten immer mit einem Verbesserungsvorschlag verknüpfen. Stört Mitarbeiter ein bestimmtes Verhalten, wissen sie idealerweise, wie es stattdessen besser wäre.
Ein Beispiel: Ein Vorgesetzter wirft zwei Mitarbeiter aus einem Team immer in einen Topf und unterscheidet nicht, wer was leistet. Hier kann ein Vorschlag lauten: Ich würde mir wünschen, dass wir eine Liste machen, welcher Mitarbeiter welche Aufgaben übernimmt.Viele warten mit der Kritik so lange – nämlich, bis sie richtig sauer sind. Man frisst also die Gefühle der Verärgerung in sich hinein. Da staut sich dann möglicherweise einiges auf. Dann passiert es schnell, dass ein Gespräch eskaliert. Statt auf das jährliche Mitarbeitergespräch zu warten, ist es oft besser, von sich aus bereits zu einem früheren Zeitpunkt das Gespräch zu suchen und die problematischen Punkte anzusprechen.Einen ruhigen Moment abwarten: Wie gut das Gespräch läuft, hängt wesentlich davon ab, wann Mitarbeiter und Vorgesetzter sich unterhalten. Arbeitnehmer sollten sich für so ein Gespräch immer einen Termin geben lassen und es nie spontan führen. Während der Unterhaltung ist es wichtig, immer sachlich und wertschätzend zu bleiben, rät die Psychologin Juliane Dreisbach. Aber das versteht sich von selbst.
