Harpstedt/Dünsen - Wolfgang Kunsch ist an diesem Sonnabend ein gefragter Mann. Zunächst begrüßt er in seiner Funktion als Rektor der Grundschule Harpstedt 70 neue Erstklässler. Direkt im Anschluss geht es für ihn weiter nach Dünsen. Dort werden sieben Kinder eingeschult – und Kunsch leitet die Grundschule künftig kommissarisch. Die bisherige Rektorin Gabriele Chapus hat eine Schulleiterstelle in Oldenburg angetreten.

Der Wechsel zur zweizügigen Grundschule Hogenkamp in Eversten sei auf eigenen Wunsch erfolgt. Die 56-Jährige wohnt im Oldenburger Dobbenviertel und kann den Weg zur Arbeit nun mit dem Fahrrad zurücklegen.

Die Grundschule Hogenkamp ist etwa doppelt so groß wie die in Dünsen, die sie seit 2005 leitete. In Eversten kann sie auf die Unterstützung von zwölf festen Kollegen sowie einem pädagogischen Mitarbeiter bauen. Sie werde zwar keine Klassenlehrerin mehr sein, aber weiterhin Englisch, Mathe und Musik unterrichten.

Die Landesschulbehörde muss die freie Rektorenstelle in Dünsen besetzen. Dies werde aber voraussichtlich nicht vor Jahresende geschehen, glaubt Kunsch. Als erste Amtshandlung wird er am Sonnabend sieben Erstklässler willkommen heißen. Der Gottesdienst in der Zufluchtskirche mit Pastorin Elisabeth Saathoff beginnt um 11 Uhr. Gegen 12 Uhr startet die Feierstunde in der Grundschule.

Kunschs Tag beginnt aber bereits um 9 Uhr. Dann findet ein Gottesdienst mit Pastorin Saathoff in der Harpstedter Christuskirche statt. Um 10 Uhr kommen Erstklässler, Angehörige und Lehrer zur Einschulungsfeier in der Pausenhalle der Harpstedter Grundschule zusammen.

Wie lange Kunsch die Grundschule Dünsen kommissarisch leiten wird, bleibt erst einmal unklar. Fraglich ist ebenfalls, ob die Samtgemeinde Harpstedt an der Schulstruktur festhalten will. Die Politik denkt über die Sicherung und Entwicklung aller Schulstandorte nach. Ein Arbeitskreis soll ein Konzept dazu erarbeiten.

Eine Option könnte es sein, die Dünsener Schule in eine Außenstelle der Harpstedter Grundschule umzuwandeln. Auch eine Veränderung der Einzugsbereiche wurde in der Vergangenheit mehrfach diskutiert.