Oldenburg - Mit dem neuen Kunstprojekt „Veränderungen“ soll ein ganzer Stadtteil enger zusammenwachsen. Die Grundschule Kreyenbrück initiiert gemeinsam mit dem Blauschimmel Atelier und dem Verein für Jugendkulturarbeit eine Stadtteilaktion für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren.
Ein Jahr lang soll es verschiedene Angebote geben, mal als Wochenendkurs, mal über das ganze Jahr hindurch. Das künstlerische Angebot beinhaltet Module zu bildender Kunst mit Recycling-Kunst und Kunstspaziergängen, Theaterkursen bis hin zu einer Musikwerkstatt.
Verlängerung eingeplant
Am Ende werden die künstlerischen Ergebnisse im Sommer 2016 über drei Tage hinweg von den Kindern den Bewohnern von Kreyenbrück und anderen Schulen vorgestellt. Insgesamt läuft das Projekt, das von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung unterstützt wird, ein ganzes Jahr. Eine Verlängerung um ein weiteres Jahr bis zum 10. August 2017 ist bereits fest eingeplant.
Das Projekt „Veränderungen“ im Rahmen des Förderprogramms „Künste öffnen Welten“ ist auf 60 bis 70 Schüler aus Kreyenbrück begrenzt und die Teilnahme für die Kinder kostenfrei. „Hier im Stadtteil fehlen oft vielen Familien die konkreten und finanziellen Ressourcen, um den Kindern die Teilhabe an kulturellen Bildungsangeboten zu ermöglichen“, sagt der Leiter des Vereins Jugendkulturarbeit, Jörg Kowollik, der bereits viel Erfahrung mit Theaterarbeit in Kreyenbrück gesammelt hat.
Besonders betont wird, dass sich auch Kinder, die noch nicht richtig Deutsch sprechen, mit dieser Aktion ohne Sprachbarrieren ausdrücken können. Bei einem Anteil von etwa 80 Prozent Migrationshintergrund an der Grundschule Kreyenbrück und auch schon neu angekommenen Flüchtlingskindern ist dies sinnvoll und wünschenswert. „Gerade diese Kinder haben besondere Veränderungen hinter sich. Nun können sie, ohne die deutsche Sprache zu brauchen, an Kunst herangeführt werden“, erklärt Schulleiterin Susanne Wendt. Ronja Liebscher vom Kooperationspartner Verein für Kinder ergänzt: „Dieses Projekt ist sicherlich ein großes Geschenk für alle Kinder, da sie sich ausprobieren und neue Zugänge zur Welt erleben können.“
Es geht ums Miteinander
Nun soll ein ganzer Stadtteil für die Kinder zum Ausstellungs- und Aufführungsort für Veränderungen werden, außerdem wird eine eigene Dokumentation des Projekts im Modul „Film und Dokumentation“ entwickelt. Bei allen Kursen spielen Themen wie „Inklusion“ und das „Miteinander“ eine große Rolle. Die Leiterin vom Blauschimmel Atelier, Ilaria Massari, lobt insbesondere auch den anregenden Meinungsaustausch zwischen den Kooperationspartnern. Außerdem biete dieses langfristig angelegte Projekt für Blauschimmel die große Chance, ihre Zielgruppen zu erweitern, das Programm für Kinder und Jugendliche auszubauen und die Inklusion voranzutreiben.
Man wolle mit dem Projekt einen nachhaltigen, im Stadtteil verankerten Zugang zur kulturellen Bildung für jedermann ermöglichen. Durch „Veränderungen“ sollen sich die Kinder aber nicht nur stärker mit ihrem Stadtteil verbunden fühlen, sondern auch ein besonderes Gemeinschaftsgefühl und Selbstbewusstsein entwickeln.
Susanne Wendt sowie alle weiteren Kooperationsorganisationen und -partner freuen sich auf eine spannende Zusammenarbeit und vielfältige Kunstprodukte der Kinder.
