Eltern sollen in der Erziehung sicherer werden. Expertin Barbara Heißenbüttel erklärt, wie das funktionieren kann.
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FRAGE:
Frau Heißenbüttel, wie schaffe ich in meiner Familie ein gutes Klima?
HEISSENBÜTTEL
: Indem ich mir als Elternteil die Zeit nehme, sowohl auf die Bedürfnisse meines Kindes, als auch auf meine eigenen Bedürfnisse einzugehen.
FRAGE:
Wie funktioniert das?
HEISSENBÜTTEL
: Im Prinzip ist das wie im Supermarkt. Dort gibt es auch ein riesiges Warenangebot, aus dem ich auswählen muss. Bei der Erziehung ist es ähnlich: Ich muss mich für eine Art und Weise der Erziehung entscheiden, einen Moment innehalten und meine Methoden und Werte überprüfen.
FRAGE:
Wo liegt der Haken in der Erziehung?
HEISSENBÜTTEL
: In der Kommunikation, an der es häufig zwischen Eltern und Kindern mangelt. Viele Dinge werden nicht zu Ende besprochen. Deshalb sollten Eltern lernen, wie Kommunikation funktioniert.
FRAGE:
Funktioniert die Kommunikation häufig nicht aus Angst vor Konflikten?
HEISSENBÜTTEL
: Ja, das ist nicht abwegig. Dabei sind Konflikte nicht Schlechtes. Sie sind immer die Basis für etwas Neues und ein Teil des Lebens. Meistens spielt der Zeitfaktor aber auch eine Rolle. Eltern agieren oft unter Stress. Dabei beobachten sie ihre Kinder zu wenig und sehen die Bedürfnisse nicht.
FRAGE:
Was empfehlen Sie Eltern dann?
HEISSENBÜTTEL
: Dass sie sich auch im stressigen Alltag punktuell Zeit nehmen, sich kleine Räume schaffen sollen, um Situationen zu reflektieren. Und sich dann auch fragen, „wer hat das Problem, mein Kind oder ich?“
FRAGE:
Spielt da auch Unsicherheit eine Rolle?
HEISSENBÜTTEL
: Ja. Viele Eltern haben das Gefühl, dass ihnen die Erziehung aus der Hand gleitet, dass sie nur hinter dem Kind herlaufen. Wenn sie diese Unsicherheit überwinden können, dann ist auch wieder Platz für Gelassenheit und Humor.
FRAGE:
Wie kommen Eltern auf diese Ebene?
HEISSENBÜTTEL
: Erziehung ist im Prinzip eine Verhandlungssache zwischen Eltern und Kind. Trotzdem sollten die Eltern klare Regeln setzen und die Situation überblicken, denn sie tragen die Gesamtverantwortung.
FRAGE:
Im Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“ werden Sie den Eltern auch Hausaufgaben aufgeben. Wie werden diese aussehen?
HEISSENBÜTTEL
: Wir werden unter anderem Gesprächstechniken üben und probieren, wie Eltern ihrem Kind am besten Feedback geben können. Es ist für ein Kind nämlich sehr wichtig, dass es auch Begründungen für Entscheidungen hört. Diese neuen Erfahrungen bringen die Eltern dann mit in den Kurs und wir besprechen sie.
FRAGE:
Gibt es ein Problem, das Ihnen im Gedächtnis geblieben ist und das Sie mit der Gruppe lösen konnten?
HEISSENBÜTTEL
: Ja, zum Beispiel gab es den Fall, in dem ein sechsjähriges Kind seiner Mutter nie von der Seite gewichen und ihr überall hin gefolgt ist. Sie konnte sich das nicht erklären. In Gesprächen haben wir dann herausgefunden, dass das Kind Angst hatte, dass die Mutter nicht wiederkommt. Diese Situation ließ sich lösen, indem die Mutter dem Kind das Sicherheitsgefühl gab und ihm versicherte, dass sie es nicht alleine lassen werde.
FRAGE:
Sind die (Erziehungs)-Probleme der Eltern sehr verschieden?
HEISSENBÜTTEL
: Eigentlich sind die Probleme sehr ähnlich. Die Eltern kommen in den Kurs und glauben, dass sie jeder ein individuelles Problem haben, aber letztlich geht es meistens um dieselben Themen wie die Kommunikation oder das Setzen von Grenzen.
FRAGE:
Wer sich also zwischendurch Zeit nimmt, um Situationen und Konflikte genau zu beleuchten, spart langfristig Zeit und auch Ärger?
HEISSENBÜTTEL
: Richtig. Die Erziehung hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Statt die „schwarze Pädagogik“ mit Gewalt und Einschüchterungsmethoden anzuwenden, erziehen die Eltern ihre Kinder heute „anleitend“, also weder autoritär noch antiautoritär. Und das ist das Ziel des Kurses: Die Eltern erfahren, wie sie ihre Erziehungsfunktion und Verantwortung übernehmen können und wie sie ihre positive elterliche Autorität konstruktiv ausüben können.
„Starke Eltern - Starke Kinder“
ist ein vom Deutschen Kinderschutzbund erarbeitetes Weiterbildungsangebot für Eltern.
Die Referentinnen
Barbara Heißenbüttel (Förderschullehrerin) und Imke Helfers (Diplom-Sozialpädagogin) werden an sieben Terminen mit den Eltern arbeiten.
Ziel
ist es, die eigene Erziehungshaltung zu reflektieren, weiterzuentwickeln und neu zu finden.
Dazu wird es Übungen
zur eigenen Ausdrucksfähigkeit, Grenzsetzung und zur Kommunikation in der Familie geben.
Der Kurs
wird in Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat in Hude angeboten, dadurch konnte die Gebühr auf 38 Euro gesenkt werden. Anmeldungen unter Telefon 04222/4444 oder im Internet. @
„Starke Eltern - Starke Kinder“
ist ein vom Deutschen Kinderschutzbund erarbeitetes Weiterbildungsangebot für Eltern.
Die Referentinnen
Barbara Heißenbüttel (Förderschullehrerin) und Imke Helfers (Diplom-Sozialpädagogin) werden an sieben Terminen mit den Eltern arbeiten.
Ziel
ist es, die eigene Erziehungshaltung zu reflektieren, weiterzuentwickeln und neu zu finden.
Dazu wird es Übungen
zur eigenen Ausdrucksfähigkeit, Grenzsetzung und zur Kommunikation in der Familie geben.
Der Kurs
wird in Zusammenarbeit mit dem Präventionsrat in Hude angeboten, dadurch konnte die Gebühr auf 38 Euro gesenkt werden. Anmeldungen unter Telefon 04222/4444 oder im Internet. @