Jever - Die Berufsbildenden Schulen in Jever bieten in zwei Klassen Sprachförderung für Schüler ausländischer Herkunft an. Insgesamt werden dort 28 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Die meisten der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind als Asylbewerber in Deutschland. Sie kommen aus Syrien, Eritrea, Marokko, dem Libanon oder von der Elfenbeinküste. „Oft sind sie alleine und ohne Familie hier“, weiß Klassenlehrerin Elfriede Wichmann.

Vor gut drei Jahren hat die BBS mit ihrer Sprachförderung für Schüler ausländischer Herkunft begonnen. „Damals waren es vier Schüler“, erinnert sich Axel Uphoff, Koordinator für die Berufsvorbereitungsjahre (BVJ), zu denen auch die Sprachförderung gehört. „Das war aber nur der erste kleine Schritt“, sagt Uphoff.

Inzwischen hat die Schule auf der Grundlage des Integrationserlasses ein richtiges Sprachförderkonzept für Schüler ausländischer Herkunft entwickelt. „Die Nachfrage nach so einem Angebot ist stetig gestiegen, es hat eine eigene Dynamik entwickelt“, sagt Schulleiter Jan Zimmermann. Inzwischen ist die BBS auch berechtigt, das so genannte „Deutsche Sprachdiplom“ abzunehmen. Die Schüler werden auch auf diese Prüfung vorbereitet.

Ziel der Sprachförderung ist, die Schüler in eine Regelklasse zu überführen. „Das ist uns bei zwei Schülern auch schon gelungen“, sagt Wichmann. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Sprachförderklassen starten oft mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen: „Einige haben bereits die allgemeine Hochschulreife, andere waren vorher nur wenig in der Schule, einige sind sehr motiviert und sprachaffin, andere brauchen länger“, weiß Wichmann. Um in der Lage zu sein, eine derart heterogene Gruppe zu unterrichten, haben die Lehrer eine entsprechende Fortbildung absolviert. „Dort haben wir gelernt, wie wir Deutsch als Fremdsprache vermitteln können“, sagt Wichmann. Material für den Unterricht bekommt die Schule vom Landkreis Friesland, der als Schulträger das Projekt stützt.

Inzwischen hat die BBS Jever ihr Konzept auch an den Berufsbildenden Schulen in Varel vorgestellt. Die Berufsbildenden Schulen in Wittmund und Wilhelmshaven bereiten ebenfalls Sprachförderungsunterricht vor. „Wir stoßen nämlich an die Grenzen unserer Kapazität“, sagt Zimmermann.