Varel - Anfang vergangenen Jahres habe ich drei Monate an der Westküste von Frankreich verbracht – in Nantes. Einen Austausch machen und mein Französisch erproben, das ich seit knapp vier Jahren in der Schule gelernt hatte, wollte ich schon lange. Gemeinsam mit meinen Eltern entschied ich mich für das Programm Brigitte Sauzay, das drei Monate in Frankreich mit einem dreimonatigen Gegenbesuch anbietet.

Zusammen mit meiner Mitschülerin Annika, die ebenfalls bei dem Programm mitmachte, flog ich nach Frankreich. Marion, meine Austauschschülerin, kannte ich nur über Facebook und hatte einmal mit ihr telefoniert. Mit einem mulmigem Gefühl kam ich in Nantes an, wo unsere Gastfamilien uns empfingen. Marion, ihr Vater und ihr Bruder waren zum Glück alle sehr nett und ich fing schnell an, mich heimisch zu fühlen. Anfangs verstand ich bei Gesprächen kaum mehr als die Hälfte, das besserte sich aber schnell.

In der Schule war ich viel mit Annika zusammen, da wir ohne unsere Austauschschülerinnen in eine ältere Klasse gekommen waren, in der wir wenig Kontakte knüpfen und noch weniger mitarbeiten konnten. Die Schule dort dauerte lange, Marion hatte mitunter von 8 bis 18 Uhr Unterricht. Auch die Berge von Hausaufgaben, die sie dann mit nach Hause brachte, kannte ich aus Deutschland zum Glück nicht.

Mittags aßen wir meistens in der Schule, abends kochte Marions Vater, dazu gab es immer Nachtisch. Croissant gab es, anders als viele denken, zumindest bei uns nur ab und zu, Baguette allerdings zu jeder Mahlzeit.

Bei ihrem Besuch in Wiefelstede wunderte sich Marion vor allem über unser großes Sonntagsfrühstück und die kurzen Schulzeiten. Nach wie vor halten wir Kontakt und telefonieren ab und zu.