Brake - Das niedersächsische Kultusministerium hat in einer Stellungnahme auf die Kritik des Landtagsabgeordneten Björn Thümler (CDU) an der Unterrichtsversorgung an Berufsbildenden Schulen reagiert. So bezögen sich die Angaben zur Unterrichtsversorgung auf der Schuljahr 2014/2015, heißt es. „Sie bilden nicht die aktuelle Situation an den berufsbildenden Schulen ab“, teilt das Kultusministerium mit. „Fakt ist jedoch: Die Niedersächsische Landesregierung ist grundsätzlich bemüht, die Unterrichtsversorgung an den berufsbildenden Schulen zu verbessern“, schreibt Ministeriumssprecherin Susanne Schrammar.

Besonders hatte die CDU-Fraktion kritisiert, dass die Landesregierung die Stellenbewirtschaftung an den berufsbildenden Schulen in einer zentralen Stelle gebündelt hatte. Laut Ministerium gäbe es auf diesem Gebiet erste Erfolge: „Nachdem die Zahl der besetzten Stellen in den Jahren 2011 und 2012 außerordentlich niedrig war, wurde im Kalenderjahr 2014 mit 546 Neueinstellungen der höchste Wert der vergangenen Dekade erreicht“, schreibt Schrammar weiter. Auch für das kommende Jahr werde von dieser Zahl ausgegangen.

Die Erfahrungen zur zentralen Stellenbewirtschaftung werden, nach Angaben des Ministeriums, zurzeit in einer Arbeitsgruppe, der auch Vertreter der berufsbildenden Schulen und Lehrerverbände angehören, ausgewertet. Wie es mit der zentralen Bewirtschaftung weiter geht, werde im Frühjahr entschieden.

Das Ministerium räumt ein, dass es „aufgrund des bundesweit hohen Lehrkräftebedarfs – insbesondere in technischen Fachrichtungen – teilweise zu Engpässen“ käme.

Entschieden zurück weist das Ministerium den Eindruck, es würde im kommenden Haushalt 120 Lehrerstellen streichen. „Hierbei handelt es sich um Stellen, die den berufsbildenden Schulen in der vergangenen Legislaturperiode vorübergehend zusätzlich zur Verfügung gestellt worden waren als Ausgleich für geleistete Mehrarbeit der Lehrkräfte. Eine Rückgabe dieses Stellenvolumens – insgesamt 360 Stellen verteilt auf die Haushaltsjahre 2015 bis 2017 – war bereits von der Vorgängerregierung beschlossen und für das Haushaltsjahr 2016 terminiert worden“, erklärt das Ministerium. Rot/Grün habe es nur auf die Jahre 2015 bis 2017 gestreckt, weil sonst 2016 keine Neueinstellungen hätten vorgenommen werden können, erklärt das Ministerium die 120 weniger Stellen.