LANDKREIS/AHLHORN - Entzündet hatte sich die Debatte am Bonhoeffer-Gymnasium Ahlhorn. Es möchte auch Schüler aus Hatten und Wardenburg aufnehmen dürfen.
Von Stefan Idel
LANDKREIS/AHLHORN - Die Überprüfung der Schuleinzugbezirke im Landkreis Oldenburg zugunsten des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ahlhorn hat gestern Abend zu einer heftigen Kontroverse im Schulausschuss des Landkreises geführt. Die CDU-Fraktion hatte angeregt, auch Schülern aus den Gemeinden Hatten und Wardenburg zu gestatten, die Ahlhorner Schule zu besuchen. Dabei zeigte sich die Gruppe SPD/FDP uneins. Der ehemalige Wildeshauser Bürgermeister Franz Duin (SPD) und Niels-Christian Heins (FDP) forderten, die Schulbezirke ganz aufzuheben, um so mehr Wettbewerb zu ermöglichen. Schließlich wurde der CDU-Antrag ergänzt. Die Kreisverwaltung soll zeitnah den Wegfall der Schuleinzugsbezirke prüfen. Dafür stimmten 12 Abgeordnete; sechs waren dagegen.Bislang steht das Bonhoeffer-Gymnasium, das nur eine Schullaufbahn bis Klasse 10 ermöglicht, allein Schülern der Gemeinde Großenkneten offen. Um das Abitur zu erlangen, müssen die Jugendlichen später nach Oldenburg oder Wildeshausen wechseln. Erster Kreisrat Rolf Eilers wies zu Beginn der Debatte darauf hin, dass die Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) in Oldenburg bereits jetzt aus allen Nähten platze. Ein Unterricht in Ahlhorn könnte für Schüler aus Hatten oder Wardenburg durchaus eine Alternative sein. Klaus Bigalke, Erster Gemeinderat in Großenkneten, erläuterte die Beschlusslage der dortigen Gremien. Danach werde Großenkneten dem Kreis die Kosten für die Schülerbeförderung erstatten, die zusätzlich für den Transport von Hatten oder Wardenburg nach Ahlhorn aufgewendet werden müssten. Zum Schuljahr 2009/2010 wolle die Gemeinde einen neuen Anlauf starten, um am Bonhoeffer-Gymnasium eine Oberstufe installieren zu können.
Heinz Brigant (SPD) und Ernst-August Bode (FDP) wiesen darauf hin, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handele. Auch in Zukunft werde den Eltern nicht verwehrt, ihre Kinder am GAG in Oldenburg anzumelden. Der Hatter Heins regte eine Befragung in seiner Gemeinde sowie in Wardenburg an. Diese Gemeinden müssten zuvor gehört werden.
Der Fachausschuss hatte sich zuvor mit klarer Mehrheit dafür ausgesprochen, bei den Planungen zum Fachgymnasium Wirtschaft/Gesundheit in Wildeshausen eine Tiefgarage und das Dachgeschoss (Rohbau) zu berücksichtigen. Dadurch steigen die vorgesehenen Kosten von 1,75 Millionen Euro um weitere 1,3 Mio. Euro. Dies muss bei den Haushaltsberatungen berücksichtigt werden.
