LANDKREIS - Im Zusammenhang mit der Diskussion um eine mögliche Integrierte Gesamtschule (IGS) in Harpstedt warnt der Kreistagsabgeordnete Manfred Rebensburg (Grüne) vor einem Vergleich mit der kreisweiten Befragung im Frühjahr 2009. Die Situation habe sich „grundlegend geändert“, so Rebensburg. Das Interesse in Wildeshausen (11 Prozent) und Dötlingen (19%) an einer Gesamtschule sei damals so gering ausgefallen, weil eine Kooperative Gesamtschule (KGS) mit vorrangig differenziertem Unterricht in getrennten Klassen wie in einer Haupt- und Realschule „keine echte Alternative“ war.
„Die jetzt von Eltern und Politik einstimmig gewünschte Integrierte Gesamtschule (IGS) in Harpstedt stellt für die Eltern in Wildeshausen und Dötlingen ein sehr attraktives Angebot dar“, argumentiert Rebensburg, „weil bei einer IGS die Schülerinnen und Schüler nach der Grundschule gemeinsam weiter in eine Klasse gehen können.“ Zudem seien 2009 die Fragebörgen besonders in Wildeshausen, Harpstedt und Dötlingen „bezüglich der zu wählenden Schulformen verwirrend und bezüglich der möglichen Standorte für die Eltern kaum nachvollziehbar“ gewesen, so der Wildeshauser Kreistagsabgeordnete. Der Schulausschuss des Landkreises befasst sich am kommenden Montag, 6. September, ab 18 Uhr im Kreishaus, mit der Möglichkeit einer weiteren Befragung. Das Thema stand bereits am 17. August auf Antrag von Grünen und UWG auf der Tagesordnung. In einer neuen Vorlage teilt die Kreisverwaltung die Auffassung, dass mit einem IGS-Standort Harpstedt das Gymnasium in Wildeshausen entlastet würde, sieht jedoch eine mögliche Gefahr für die Hauptschule in Wildeshausen. „Hier wäre vor einer Entscheidung der Schulträger, die Stadt Wildeshausen, offiziell zu beteiligen. Dies auch deshalb, weil die Samtgemeinde und die Stadt eine Vereinbarung hinsichtlich der Schüler/innen treffen muss, die keine IGS besuchen wollen“, hieß es. Die Erfolgschancen für eine erneute Umfrage können aus Sicht der Verwaltung nicht eingeschätzt werden. „Es wäre auf jeden Fall noch Überzeugungsarbeit zu leisten“, heißt es in der Vorlage.
Rebensburg kritisiert das der Sitzungsvorlage beigefügte Zahlenmaterial. Bei der Umfrage im Jahr 2009 seien drei Stimmen für den Standort Harpstedt nicht erfasst worden, so dass es dort 109 interessierte Eltern gebe. Außerdem seien seinerzeit elf Stimmen aus Wildeshausen und Dötlingen für eine IGS in Ahlhorn abgegeben worden. Da aber eine IGS Ahlhorn nicht mehr als Alternative in Frage komme, müssten mindestens vier weitere Stimmen für Harpstedt gewertet werden, rechnet Rebensburg vor.
