LANDKREIS/BOOKHOLZBERG - Nach zweistündiger, hitziger Debatte und zahlreichen Änderungsanträgen fiel das Abstimmungsergebnis einstimmig aus: Grünes Licht gab der Schulausschuss des Landkreises am Dienstag für eine Elternbefragung zur Einrichtung von maximal zwei Gesamtschulstandorten im Landkreis. Für die CDU-Fraktion gab deren Vorsitzender Hans-H. Hubmann allerdings zu Protokoll, dass sie zwar der Elternbefragung zustimme, den Fragebogen aber nicht akzeptiere.
Zwei Einzugsbereiche
Befragt werden die Eltern aller Grundschüler in den Bereichen Landkreis-Nord (mit den Gemeinden Wardenburg, Hatten, Hude und Ganderkesee). Sie können zwischen den Standorten Ahlhorn, Wardenburg und Hude wählen. Im Süden (mit Großenkneten, Dötlingen, der Stadt Wildeshausen sowie der Samtgemeinde Harpstedt) stehen die möglichen Gesamtschulstandorte Ahlhorn, Wardenburg und Harpstedt zur Wahl. Landrat Frank Eger lehnte es erneut ab, ein oder zwei Standorte klar zu benennen.
Die SPD/FDP-Mehrheitsgruppe hatte erhebliche Änderungen am ursprünglich von der Kreisverwaltung vorgelegten Fragebogen eingebracht. Unter anderem sollten alle Schulformen – Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Integrierte Gesamtschule (IGS) und Kooperative Gesamtschule (KGS) – gleichrangig behandelt werden. „Wir wollen auch wissen, ob die Eltern für die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems sind“, sagte FDP-Fraktionschef Ernst-August Bode. Beim Erklärungstext für die Schulen habe man sich am Niedersächsischen Schulgesetz orientiert. Franz Duin (SPD) sagte, die Eltern wüssten das „Instrument“ der Befragung verantwortungsvoll zu nutzen.
Fax zur Schulbehörde
Hubmann meinte dagegen, der Fragebogen sei nicht gesetzeskonform. So müssten die Standorte klar mit Ortsnamen und Straße benannt werden. „Hier regiert das Prinzip der Beliebigkeit“, so der CDU-Fraktionschef. Er hatte zuvor von Eger vergeblich verlangt, den Fragebogen der Landesschulbehörde in Lüneburg vorzulegen. Den Antrag der CDU, die Befragung zu vertagen, lehnte der Ausschuss mit zwölf zu fünf Stimmen ab. Allein blieb auch Otto Sackmann (UWG) mit seinem Vorschlag, einen Standort für eine IGS in Bookholzberg abzufragen.
Vergeblich warb Manfred Rebensburg (Grüne) um eine Ergänzung des Fragebogens. Danach fühle sich der Landkreis an die Ergebnisse der Befragung gebunden. Mit nur zwei Ja-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Sprecher aller Fraktionen sicherten aber zu, auf Basis der Ergebnisse weiter über Gesamtschulen zu beraten. Wie Eger gegenüber der NWZ bestätigte, will er den Fragebogen an diesem Mittwoch an die Landesschulbehörde in Lüneburg faxen.
