LANDKREIS/GANDERKESEE - Wenn die Kreisverwaltung den von ihr vorgelegten Fragebogen zur Errichtung von Gesamtschulen im Landkreis Oldenburg an Eltern absendet, dann ist das Ergebnis für die CDU-Kreistagsfraktion klar: Es würde ein Flop. Denn vieles, was Eltern wissen müssten, stehe nicht darin, monierte der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Klare, am Freitagabend im Anschluss an eine Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion in Ganderkesee.
Wie berichtet, will der Schulausschuss des Kreises am 3. März über eine Elternbefragung zur Einrichtung von maximal zwei Gesamtschulstandorten abstimmen. Die Verwaltung hat dafür zwei Fragebögen vorgelegt – einen für den nördlichen, den anderen für den südlichen Teil des Landkreises.
Doch eine Elternbefragung auf Basis dieser Bögen würde von der Landesschulbehörde nicht akzeptiert, ist sich Klare sicher. Es fehlten die genauen Standorte der Schulen, es werde nicht klar, welche Schulform dort entstehen, zu welchem Zeitpunkt sie eingerichtet werden solle. Auch vermisse er die Darstellung von Auswirkungen der Wahlangebote IGS bzw. KGS auf andere Schulformen – auch, wenn die neuen Schulen in Nachbargemeinden entstünden. All diese Informationen zu geben, betrachte er als „Vorschrift“. Wichtig sei auch darüber zu informieren, dass die IGS bald ebenfalls zwölf statt 13 Schuljahre habe, ergänzte MdL Ansgar Focke.
Klare berichtete, dass landesweit zum 1. August elf neue IGS und zwei neue KGS eingerichtet würden – sparte aber auch nicht mit Kritik: Bei kognitiven Lerninhalten „hat die IGS nicht das Niveau eines Gymnasiums“. Und die Schulausschussvorsitzende Astrid Grotelüschen kritisierte: Es sei „katastrophal, was wir für Verkehrsströme produzieren“.
CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-H. Hubmann kündigte an, die CDU werde im Schulausschuss eine Nachbesserung fordern – bis zur Kreisausschusssitzung am 10. März. Notfalls müsse man die Befragung verschieben. Ansgar Focke empfahl, die Verwaltung möge sich mit der Landesschulbehörde beraten.
