LANDKREIS - Trotz der gegenwärtig hohen Hürde der Fünfzügigkeit sind zum neuen Schuljahr in Niedersachsen allein 18 neue Gesamtschulen an den Start gegangen – darunter auch die Integrierte Gesamtschule (IGS) am Everkamp in Wardenburg. Die Schülerzahl an den rund 480 niedersächsischen Hauptschulen ist dagegen erneut um rund 5000 auf jetzt nur noch 81 650 gesunken. Zum Vergleich: 188 700 Schüler gehen auf Realschulen, 275 350 auf Gymnasien. Ein Drittel der bestehenden Hauptschulen ist nur noch einzügig. Noch in diesem Herbst will die „AG Schulstruktur“ unter Leitung von Kultusminister Bernd Althusmann erste Vorschläge zur künftigen Schullandschaft in Niedersachsen machen.
Dies könnte auch der Debatte im Landkreis Oldenburg neuen Schwung geben. Denn neben der IGS in Wardenburg wird – wie berichtet – weiterhin intensiv über ein Gesamtschulangebot im Raum Ganderkesee/Hude sowie in Harpstedt diskutiert. Mit entsprechenden Anträgen haben UWG und Grüne dafür gesorgt, dass das Thema auch an diesem Dienstag, 17. August, auf der Tagesordnung des Kreis-Schulausschusses steht, der um 17 Uhr öffentlich im Kreishaus tagt. Für die Grünen-Fraktion hat Manfred Rebensburg (Wildeshausen) eine IGS in Harpstedt sowie die notwendige Elternbefragung beantragt. In das Einzugsgebiet der neuen Schule könnten auch die Gemeinden Bassum und Twistringen (Kreis Diepholz) einbezogen werden (dieNWZ
berichtete).Der Nachbarkreis sieht nach Angaben seine Landrats Gerd Stötzel aber keine Möglichkeit für eine Kooperation zur Errichtung einer IGS am Standort Harpstedt. Um die notwendigen Schülerzahlen für eine IGS im Raum Ganderkesee/Hude zu erreichen, wurden Sondierungsgespräche mit der Stadt Delmenhorst und dem Kreis Wesermarsch aufgenommen. „Erkenntnisse für eine erneute Befragung“ liegen zurzeit nicht vor, macht die Kreisverwaltung den interessierten Eltern derzeit wenig Hoffnung.
Weiterhin will sich der Ausschuss an diesem Dienstag mit Änderungen beim Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) befassen. Die Ökologische Akademie gGmbH in Huntlosen hat einen Insolvenzantrag gestellt. Durch Beschluss des Kreisausschusses wurde die Kreisverwaltung beauftragt, eine Weiterführung der Geschäfte des RUZ unter Konzentrierung der Geschäftsführung und Buchhaltung beim Umweltzentrum Hollen mit der Stadt Delmenhorst abzustimmen. Landkreis und Stadt Delmenhorst tragen gemeinsam in der RUZ GbR Verantwortung.
