LANDKREIS - Von den Kosten für den Schülertransport bis zu den möglichen Auswirkungen auf das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn: Einen langen Fragenkatalog zu den möglichen Folgen einer Gesamtschule in Wardenburg, eingereicht von FDP und CDU, musste die Kreisverwaltung abarbeiten. Es werden wohl noch weitere Fragen zu klären sein. Daher drückt Landrat Frank Eger aufs Tempo: Um möglichst zum 1. August 2010 eine Gesamtschule hinzubekommen, werde die Verwaltung auch die Ferienzeit für die Antragsvorbereitungen nutzen.

Der Schulausschuss hatte (wie berichtet) am Dienstagabend mit großer Mehrheit grünes Licht für den Antrag auf eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Wardenburg gegeben. Falls auch der Kreistag am 25. August ein positives Votum abgibt, befindet die Landesschulbehörde über den Antrag. Man werde „leidenschaftslos“ prüfen, kündigte ihr Vertreter Klaus Kapell an. Gleichwohl mahnte er folgende Punkte an:

Der Einzugsbereich der IGS muss genau definiert werden.

Die Schulbehörde wird auch das „Mischverhältnis“ von Schülern mit Laufbahnempfehlungen für das Gymnasium, die Realschule und die Hauptschule prüfen.

Zu klären sei, wo die Schüler aus dem Einzugsbereich des dreigliedrigen Schulsystems verbleiben und welche Auswirkungen die IGS auf das „bestehende System“ hat.

Bei der Anmeldung für die IGS werden Plätze nicht nach dem „Windhundverfahren“ vergeben. Wenn Schüler von außerhalb des Einzugsbereiches kommen, entscheidet letztlich der Schulleiter.

„Es wird nicht so sein, dass die Lehrer der Everkampschule an der neuen Gesamtschule bleiben“, betonte Kapell. „Es wird nicht nur das Schild geändert.“ Falls die Zusage der Schulbehörde erfolge, entstehe eine neue Schule mit Lehrern, die die notwendige Qualifikation mitbrächten.

CDU-Fraktionschef Hans Hubmann befürchtet daher, dass der Frust bei Eltern und Schülern, die leer ausgingen, groß sein werde. Auf Seiten der SPD sieht man das völlig anders: „Wenn die Schulform angenommen wird, müssen wir auch an anderer Stelle im Kreis dieses Angebot machen“, sagte Heinz Brigant.