LANDKREIS - Nach scharf geführter Debatte fiel das Abstimmungsergebnis am Ende doch überraschend klar aus: Mit einer Gegenstimme hat der Kreistag am Dienstagabend die Elternbefragung zur möglichen Einführung von maximal zwei Gesamtschulen im Landkreis auf den Weg gebracht. Nach den Osterferien sollen die Eltern der Grundschüler befragt werden, auf welche Schule sie ihr Kind schicken wollen.
Die Elternbefragung wird in zwei Einzugsbereichen durchgeführt. Im Norden (umfasst die Gemeinden Wardenburg, Hatten, Hude und Ganderkesee) werden die Standorte Wardenburg, Hude und Ahlhorn abgefragt. Im Süden des Kreises (umfasst Großenkneten, Dötlingen, Wildeshausen und Harpstedt) stehen Ahlhorn, Wardenburg und Harpstedt zur Wahl. Den Antrag der Grünen, im Norden auch den Standort Bookholzberg anzubieten, lehnte der Kreistag mehrheitlich ab. Allerdings gehörten auch die SPD-Abgeordneten Christel Zießler, Bernd Bischof und Johannes Mestemacher zu jenen acht Ja-Stimmen, die Bookholzberg gern auf dem Fragebogen gesehen hätten.
Nicht durchs Ziel ging auch ein Antrag von Horst Siemers (CDU), bei der Frage nach der Kooperativen Gesamtschule (KGS) die integrative Form (nach Schuljahrgängen gegliedert) nicht zuzulassen. Niels-Christian Heins (FDP) wies darauf hin, dass es bei einer nach Schulformen gegliederten KGS schwer werde, ausreichend Anmeldungen für den Gymnasialbereich zu erhalten.
Uns geht es um die Kinder, leitete Franz Duin (SPD) die Debatte ein. Auch CDU-Fraktionschef Hans-H. Hubmann schlug zunächst versöhnliche Worte an: Eines eint uns: der Elternwille. Manfred Rebensburg (Grüne) zeigte kein Verständnis, dass trotz 840 Unterschriften aus der Elternschaft sowie des Beschlusses im Verwaltungsausschuss der Gemeinde Ganderkesee der Standort Bookholzberg nicht auf dem Fragebogen aufgeführt werde: Was soll man denn noch tun, damit so ein Standort aufgeführt wird? Sein Antrag, dass sich der Kreistag verbindlich an das Ergebnis der Elternbefragung bindet, wurde allerdings mit den Stimmen der SPD/FDP-Mehrheitsgruppe abgelehnt. Wir nehmen den Elternwillen sehr ernst, sagte SPD-Fraktionschef Detlef Sonnenberg. Aber letztlich entscheidet die Landesschulbehörde, wenn wir einen Antrag gestellt haben.
Astrid Grotelüschen (CDU) bezeichnete den Fragebogen als inakzeptabel und unklar. Es sei aus ihrer Sicht unerträglich, wenn die Eltern nicht darüber informiert würden, welche Folgen die Umwandlung eines gut funktionierende Schulstandorts zu einer Gesamtschule habe. Sie forderte eine stärkere inhaltliche Diskussion. Hubmann legte nach: Dieser Fragebogen wird nicht ausreichen, eine anständige Befragung durchzuführen. Seine Auffassung, die Vorlage der Verwaltung sei nicht rechtskonform, korrigierte er jedoch später.
