LANDKREIS/WILDESHAUSEN - Eigentlich kennt jeder die Begriffe HIV und Aids und weiß, dass man sich schützen muss. Trotzdem steigt die Zahl der Erkrankten weiter an. Gerade Jugendliche seien oft gedankenlos: „Wir müssen leider feststellen, dass das Verhalten sehr schlecht ist“, bedauert Ralf Monsees von der Oldenburgischen Aids-Hilfe. Mit einer Doppel-Ausstellung im Wildeshauser Kreishaus soll anlässlich des Weltaidstages an diesem Dienstag über das Thema informiert werden. Beginn ist um 9 Uhr.

Rund 4000 Aids- und HIV-Erkrankte leben in Niedersachsen, 117 fallen in den Bereich der Oldenburgischen Aids-Hilfe (Ammerland sowie Oldenburg Stadt und Land). 26 hätten sich hier in 2009 neu infiziert, so Monsees und seine Kollegin Brigitte Leupelt bei der Ausstellungseröffnung am Montag. Aber: „Die Zahlen sind abstrakt. Erst auf der personalen Ebene löst man Betroffenheit aus, und dann bleibt es hängen“, erklärte Dr. Leonhard Hamschmidt vom Kreisgesundheitsamt. Das sei auch der Grund für die Ausstellung, die aus zwei Teilen besteht. Zum einen die mobile Foto-Ausstellung „Katastrophe Aids“, die mit Schwerpunkt auf Südafrika über die Krankheit informiert. Organisiert wurde sie von den Landkreisen Oldenburg und Ammerland sowie der Oldenburgischen Aids-Hilfe. Ergänzend informiert ein Projekt, das Schüler des Fachgymnasiums Gesundheit und Soziales der Berufsbildenden Schulen (BBS) im vergangenen Schuljahr auf die Beine gestellt hatten (die NWZ berichtete): Schautafeln mit viel

Hintergrundwissen oder Spiele, bei denen Jugendliche spielerisch etwas über HIV und Aids lernen.

Für die BBS-Ausstellung ist das Kreishaus die erste Station. Danach soll sie als Wanderausstellung von Schule zu Schule gehen. „Es ist wichtig, dass es von Schülern für Schüler gemacht wurde“, sagte Julia Feil aus der 13. Klasse der BBS. „Dass möglichst viele verstehen, was wir mitteilen wollen.“ Dass der Bedarf da ist, weiß auch die betreuende Lehrerin Petra Speckmann. So hätten Schüler Fragebögen zum Thema ausgefüllt. „Da kamen die abenteuerlichsten Antworten“, erinnerte sie sich – zum Beispiel, dass HIV schon durchs Küssen übertragen werde.

Die BBS ist an diesem Dienstag bis 15 Uhr im Kreishaus vor Ort. Auch Mitarbeiter der Oldenburgischen Aids-Hilfe informieren. Die Ausstellung ist noch bis Donnerstag, 3. Dezember, zu den Öffnungszeiten des Kreishauses zu sehen.

Mehr Infos unter www.aidshilfe-oldenburg.de