Friesoythe/Jaszkotle - Freudige Erwartung aber auch Anspannung standen den elf Mädchen und sechs Jungen aus den Klassen sieben bis zehn der Realschule Friesoythe ins Gesicht geschrieben, als sie sich nach über 800 Kilometern und zwölfstündiger Busfahrt ihrer polnischen Partnerschule in Jaszkotle bei Breslau näherten. „Es folgte eine überaus herzliche Begrüßung mit viel Wiedersehensfreude“, berichtet Lehrer Michael Podkrajac, der die Schüler gemeinsam mit Schulassistent Marcus Nickel begleitete. „Die Gastfreundschaft war wieder einmal unbeschreiblich“, so Podkrajac weiter.

Die Verständigung habe kaum Schwierigkeiten bereitet, weil die polnischen Schüler Deutsch und Englisch in der Schule lernen und auch viele Eltern mehr oder weniger gut Deutsch sprachen. Zeit für echtes Heimweh gab es auch nicht, denn die polnischen Betreuer hatten wieder ein umfangreiches Besuchs- und Besichtigungsprogramm vorbereitet.

In Zloty Stok besichtigten die Austauschschüler ein ehe-maliges Goldbergwerk. In Paczkow staunten sie über die Tore und Stadtmauern aus dem Mittelalter. Es gab auch einen Familientag, an dem die Friesoyther Schüler Ausflüge mit den Gastfamilien machten. In polnisch-deutschen Gruppen wurde zudem im Rahmen einer Stadtrallye die Altstadt von Breslau erforscht. Die Aussicht vom Turm des Domes brachte weitere interessante Eindrücke.

Andere gemeinsame Ausflüge, um Land und Leute kennenzulernen, führten ins Sudetengebirge an der tschechisch-polnischen Grenze, wo die Schüler sich durch ein Felsenlabyrinth zwängten und in Duszniki Zdroj in einer 400 Jahre alten Papiermühle selbst „Büttenpapier“ herstellten.

Beim offiziellen Bürgermeisterempfang machte Corinna Hofstadt während einer kurzen Rede deutlich, dass sich die Friesoyther in der Gemeinde Katy Wroclawskie sowie den Gastfamilien sehr wohl fühlten und „es nach dem 15. Schüleraustausch noch viele Besuche geben wird.“ An mehreren Tagen nahmen die Friesoyther auch in den Klassen ihrer Partner am Schulunterricht teil. Nach jeder Stunde gab es eine mindestens zehnminütige Pause, dafür aber auch jeden Tag sieben Stunden Unterricht. Am letzten Tag schrieben die Realschüler sogar einen Polnischtest mit Vokabeln und Redewendungen.

Partnerschule und Eltern organisierten zum Schluss wieder eine große Abschiedsparty mit Grillen und sportlichen Wettkämpfen. Mehrere Teilnehmer haben sich schon in die Listen für die Fahrt im nächsten Jahr eingetragen. Dank für die finanzielle Unterstützung spricht die Schule der Stadt Friesoythe und dem Deutsch-Polnischen-Jugendwerk aus.